Bio

42 Jahre

Wohnort: Leopoldstadt

  • Studium Umweltbiologie, Romanistik und Germanistik in Wien, Schauspiel in Rio de Janeiro
  • 1995-2000 Sprecher des Ökologie-Instituts
  • Freier Journalist für Falter, profil, Standard, taz, Welt am Sonntag u.a.


Bücher:

  • Prost Mahlzeit – Essen und Trinken mit gutem Gewissen
  • Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne
  • Schwarzbuch Öl
  • Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis


Der „Spiegel“ zählt Klaus Werner-Lobo neben Naomi Klein, Noam Chomsky, Michael Moore und Jean Ziegler zu den „Stars der alternativen Globalisierung".


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@SiegiLindenmayr umso schlimmer, dass ihr diesen Leuten die Polizei auf den Hals hetzen wollt anstatt ihnen zu helfen

gestern um 19:40 von olobo

Fragen & Antworten

Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?

Als zivilgesellschaftlicher Aktivist, Autor und Vortragender über Globalisierungsthemen weiß ich, dass Demokratie, soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und Respekt gemeinsam erstritten werden müssen, indem man die Bedürfnisse und Träume, aber auch Nöte und Konflikte der Menschen wahrnimmt und Alternativen bietet. Dafür kämpfe ich, dafür will ich Grüne Mehrheiten für Wien erkämpfen.

Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?

Wien droht, zwischen der Arroganz der Macht und der ressentimentgeladenen Hetze aufgerieben zu werden. Gegen Autoritarismus und Angstmache hilft nur die Erfahrung, dass Einmischung und Mitgestaltung die persönliche Umwelt und Lebensperspektive verbessern. Daher geht es um Demokratisierung aller Ebenen, Rückgewinnung öffentlicher Räume und das Aushandeln von Interessen und Konflikten auf Augenhöhe.

Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?

1. Partizipatives Budget nach Vorbild von Porto Alegre & Sevilla 2. Aufbau einer „Akademie für gute Nachbarschaft“ f. Verbindungsleute und Anlaufstellen (Beisln, Jugend- & Kulturzentren, HausmeisterInnen, Initiativen etc.) im Grätzel 3. Open Government: Freier Zugang zu behördl. Entscheidungsprozessen & Wissen 4. Fairer & ökologischer Handel, Produkttransparenz für öffentl. und privaten Konsum

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Andreas Lindinger fragte 13.11.2009

Lieber Klaus! Du sprichst mit deinen linken/liberalen Freunden das "klassische" rot-grüne WechselwählerInnenpotenzial an. Siehst du auch Möglichkeiten jenes evtl größere WechselwählerInnenpotenzial anzusprechen, welches bei den Europawahlen oder Landtagswahlen in anderen Bundesländern von der SPÖ zur FPÖ gewandert ist? Wenn ja, wie? Danke! Lg Andi

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 13.11.2009

Ja! Und zwar massiv - vor allem (aber nicht nur) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (siehe auch meine Antwort vom 4.10.): Bei fast hundert Vorträgen und Diskussionen allein im letzten Jahr z.B. in Schulen habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein großer Teil jener, die sich der FPÖ zu- und/oder von der Demokratie abwenden, dies nicht aus einer rassistischen oder fremdenfeindlichen Grundhaltung tut, sondern aus Protest gegen "die da oben". Weil sie sich von den politischen Eliten nicht ernstgenommen fühlen bzw. keine Lösungen ihrer Probleme erwarten. Größtenteils zurecht. Ich war da bisher mit vier Schritten erfolgreich: 1. Tatsachen und Zusammenhänge ungeschönt darstellen (z.B.: Flucht und Migration findet statt, weil …, und wird auch künftig stattfinden). 2. Damit verbundene Ängste & Konflikte anerkennen 3. Den Kern dieser Konflikte & Ängste herauskitzeln und so z.B. als soziales statt ethnisches/kulturelles Problem ERLEBBAR machen 3. Lösungen vorschlagen (z.B. die 3 B's Bildung, Beschäftigung, Bleiberecht) 4. Solidarität und Respekt von ALLEN einfordern Gleichzeitig ist mir bewusst, dass mir in Vorträgen andere Möglichkeiten offenstehen als in einem medialisierten Wahlkampf. Und da brauchen wir noch viele gute Ideen - von euch allen! - wie wir an all jene WählerInnengruppen rankommen, deren persönliche Lebensperspektive wir zu verbessern imstande sind. Das sind, damit das mal gesagt ist, rund 90 Prozent der Bevölkerung.

 
Open-ID User 1 fragte 8.11.2009

Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 8.11.2009

Cool bleiben, hart verhandeln, Haltung bewahren und dann jene Entscheidung treffen, die mehr für ein solidarisches, ökologisches, vielfältiges, demokratisches und respektvolles Wien bringt. Ich persönlich würde mich weder auf Koalitions- noch auf Oppositionskurs festlegen (lassen), sondern mit Sachpolitik und klaren Positionen punkten.

 
Open-ID User 1 fragte 7.11.2009

Hallo! Wie siehst du das aktuelle Tabakgesetz (im Hinblick auf die Gastronomie)? Wie findest du dessen aktuelle Umsetzung in Wien? Hast du vor, in diesem Bereich aktiv zu werden bzw. hast du in der Vergangenheit diesbezüglich etwas getan? Diese Frag geht an Kandidaten zu den Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit.

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 7.11.2009

Persönlich habe ich den Eindruck, dass der Schutz von NichtraucherInnen bei weitem nicht ausreichend gewährleistet ist. Und ich glaube, dass es sowohl durch Gesetzgebung als auch durch die Kontrolle der Umsetzung nötig sein wird, Rauchverbotszonen etwa in Restaurants oder Beisln auszuweiten, bin aber auch ein Gegner von Totalverboten. Ich selbst habe mich mehr mit den sozial und ökologischen Folgen der Tabakproduktion in Anbauländern, aber auch mit aggressiven und korrupten Machenschaften der Tabaklobbys - etwa des Verbandes der Citarettenindustrie oder durch Konzerne wie Philip Morris und BAT - beschäftigt (s. "Uns gehört die Welt!", S. 206ff). Probleme, denen vor allem mit Transparenz im Bereich des politischen Lobbyings, sozialen und ökologischen Regeln im Welthandel und gezielter Steuerpolitik (z.B. auch durch Einbeziehung externalisierter Gesundheitsfolgekosten in die Zigarettenpreise) beizukommen wäre.

 
klar fragte 8.10.2009

Du sagst: "Dein Kampf für Grüne Mehrheiten bedeutet auch mehr direkten Kontakt in Straßenwahlkampf, Beisltouren, Diskussionen, Events ..." Hast du damit schon begonnen? Wo und wann wird man ...

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 9.10.2009

Ich habe mich erst vor etwas mehr als zwei Wochen entschieden, für die Wiener Grünen zu kandidieren, bin aber seit Jahren unterwegs um "Wahlkampf" für Grüne Werte wie Solidarität, Respekt und Zivilcourage zu machen, siehe z.B. http://www.youtube.com/watch?v=u_2-A2OPubE bzw. http://unsdiewelt.com/events/buchen

 
pseudonym fragte 5.10.2009

Wie willst du die SPÖ für die Realisierung deiner Idee vom partizipativen Budget gewinnen? Oder hast du andere Partner zur Gewinnung der wohl erforderlichen Mehrheit ins Auge gefasst?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 6.10.2009

Ich mach mir da keine Illusionen: Die BetoniererInnen der SPÖ werden kaum gewillt sein, freiwillig Macht an die BürgerInnen abzugeben. Deshalb gilt es einerseits gezielt die progressiven Kräfte anzusprechen und hartnäckig mühsames Lobbying zu betreiben und Stück für Stück Zugeständnisse abzuringen. Das geht nur, wenn wir Grünen einigermaßen stark aus der Wahl hervorgehen, weil sich dann auch eine voraussichtlich geschwächte SPÖ etwas einfallen lassen muss. Andererseits wird es darum gehen, durch Öffentlichkeitsarbeit und Bündnisse mit zivilgesellschaftlichen und Interessensgruppen aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich ein positives Klima für diese Form der Demokratisierung zu schaffen und den Diskussionsprozess in Gang zu bringen. Sowas bringt man vermutlich nicht in einer Legislaturperiode durch, aber es geht darum die Initialzündung zu setzen und Weichen für die Zukunft zu stellen, weil uns die Demokratiekrise in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sicherlich noch sehr beschäftigen wird.

 
pseudonym fragte 5.10.2009

Wie soll dein Kampf für Grüne Mehrheiten konkret aussehen?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 6.10.2009

Partizipativ und Kommunikativ. Das heißt: Wir können diesen Kampf nur gemeinsam gewinnen. Mit den Grünen AktivistInnen, die durch ihr jahrelanges und großteils ehrenamtliches Engagement in den Bezirken und auf Straßen und öffentlichen Räumen am besten wissen, wo der Schuh drückt und wo die Bedürfnisse unsererer potenziellen WählerInnen liegen. Und mit allen unseren SympathisantInnen und UnterstützerInnen, die ihr Wissen und ihre Netzwerke einbringen und nützen können, um Wien lebenswerter und grüner zu machen. Wenn unsere Inhalte und Ideen in den klassischen Medien nur sehr verkürzt und teilweise verzerrt wiedergegeben werden, heißt das, dass wir noch mehr den direkten Kontakt suchen müssen: Durch Straßenwahlkampf, Beisltouren, Diskussionen, Events und online - mithilfe von Weblogs, Sozialen Netzen wie Facebook, Twitter etc.; all das bedingt, dass wir uns ehrlich und offen der Auseinandersetzung mit den Problemen und Sehnsüchten potenzieller WählerInnen auseinandersetzen und zum Zuhören und Dazulernen bereit sind, gleichzeitig aber eine klare Haltung vermitteln und auch Ansprüche in Richtung Respekt und Solidarität formulieren.

 
alfi fragte 4.10.2009

"Gegen Autoritarismus und Angstmache ...": Wer soll die Erfahrung machen? Grüne Aktivisten oder potentielle FPÖ-Wähler? Wie bewegst du potentielle FPÖ-Wähler zu Einmischung und Mitgestaltung?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 4.10.2009

Grüne AktivistInnen werden diese Erfahrung wohl schon ausreichend gemacht haben und dir ein Lied davon singen können. Viele - natürlich nicht alle - potenzielle WählerInnen anderer Parteien und NichtwählerInnen sind auch potenzielle GrünwählerInnen, wenn wir ihnen das Gefühl vermitteln, dass wir ihre Bedürfnisse und Probleme ernstnehmen und ihre höchstpersönliche Lebenssituation zu verbessern gewillt und imstande sind. Dafür müssen wir zuerst einmal mit ihnen reden ohne etwas schönzureden. Ein Beispiel: Ich halte zurzeit viele Vorträge an Schulen, wo mir Jugendliche sagen, dass sie Strache irgendwie cool finden und dass er der einzige sei, der über ihre Probleme - Perspektivenlosigkeit, kulturelle und soziale Konflkte - spricht. Was hindert uns daran, auch darüber zu sprechen, ohne Schönrederei, aber gleichzeitig zu zeigen dass die einfachen Angebote der Rechten keine Lösung ihrer Probleme bedeuten und dass es gemeinsamer Anstrengung bedarf, das Zusammenleben mit Respekt und Empathie für die Probleme anderer zu gestalten? Ich mache täglich die Erfahrung, dass es viele von ihnen - auch solche, die den Strache nicht uncool finden - mindestens ebenso cool finden, wenn man von ihnen Solidarität und Zivilcourage einfordert und sie zu Einmischung und Mitgestaltung ermutigt. Letzteres funktioniert aber nur, wenn sie auch das Gefühl haben dass das was bringt und dass ihr Engagement nicht sowieso dann wieder von "denen da oben" überfahren wird. Da sollten wenigstens wir Grüne nicht als "die da oben" sondern als engagierte MitstreiterInnen wahrgenommen werden.

 
klar fragte 3.10.2009

Wäre es dir nicht möglich auch dann Farbe zu bekennen und eng mit Grünen Mandatarinnen zu kooperieren, wenn du nicht für den Gemenderat kandidieren würdest?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 3.10.2009

Oja. Und das werde ich auch tun sollte ich am 15. November nicht auf einen wählbaren Listenplatz kommen. Weil ich auf jeden Fall will dass Grün gewinnt. In welcher Form ich den Wiener Grünen - ob als Mandatar oder als Unterstützer - am meisten nützen kann, soll und wird die Landeskonferenz entscheiden.

 
alfi fragte 2.10.2009

Warum und wie kannst du deine Ideen wirkungsvoller realisieren, wenn du Mandatar einer Kleinpartei bist und nicht nur vielgefragter Erfolgsautor?

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 2.10.2009

Das eine schließt ja das andere nicht aus. Außerdem würd ich die politische Wirkung und die Wachstumspotenziale der Grünen nicht unterschätzen: In Wien z.b. wird es NUR vom Erfolg der Grünen abhängen, in welche Richtung sich die Stadt in wesentlichen Fragen bewegt, weil die SPÖ lediglich ihre Macht erhalten will und ansonsten ihr Fähnchen in den Wind hängt. Und da geht's darum dass WIR ihnen zeigen woher der weht und uns diesen Job nicht von den Rechten abnehmen lasen! Für mich persönlich hab ich einfach festgestellt dass ich als politisch aktiver Mensch angesichts der konkreten Bedrohung durch Autoritarismus und Hetze nicht auf Äquidistanz zu den Parteien bleiben, sondern Farbe bekennen will. Und die Farbe heißt Grün.

 
Maix fragte 2.10.2009

Hallo Klaus, willst du nicht vielleicht schon ab Listenplatz 3 kandidieren? Ab Platz 5 gibt es ja schon viel Auswahl, aber für die Plätze 1-4 kann man das leider noch nicht behaupten. lg Max

 
Klaus Werner-Lobo
Klaus Werner-Lobo antwortete 2.10.2009

Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass auf den vorderen Listenplätzen viele Leute kandidieren, die über politische Erfahrung im Gemeinderat verfügen. Ich glaube dass Politik neben neuen Ideen und Gesichtern auch sowas wie Kontinuität braucht, da bin ich einfach pragmatisch. Deshalb hab ich nach einiger Überlegung und vielen Gesprächen beschlossen, ab Platz 5 zu kandidieren und werde übrigens auch - falls sich es sich im Block 5-8 nicht ausgeht - bei den Folgewahlgängen zur Verfügung stehen. Schließlich geht's darum nach dem 15.11. im Wahlkampf und im Gemeinderat gute Arbeit zu machen, das misst sich an Inhalten, Haltungen und Professionalität, und die kann ich an jeder wählbaren Stelle einbringen.

 

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