lieber Daniel, egal wie lang ich nachdenke, mir fällt kaum was ein. Griechenland ist gerade deshalb ein politisch heisses pflaster, weil es dort so unendlich viel gibt, was noch umgesetzt bzw. stark verbessert werden muss. Selbst die Einhaltung der Klimaziele gelang in GR (im Gegensatz zu Ö) eher wegen des geringen industrialisierungsgrads als aufgrund der existenz einer ernstzunehmenden klimastrategie. Vielleicht eine Sache würde ich gerne nach Wien bringen, wenn sich so etwas überhaupt transferieren ließe: das ist die einstellung der griechischen gesellschaft wenn es um bildung geht! bildung wird als der schlüssel zu wohlstand und erfolg aber auch als höherer wert angesehen - dementsprechend unternehmen familien alle anstrengungen, um ihren kindern und jungen erwachsenen bestmögliche bildung zukommen zu lassen. dort ist man bemüht den bildungsweg möglichst lang zu gestalten anstatt kinder mit 15 in einen arbeitsmarkt zu stoßen, der nichts für sie zu bieten hat.. das war es aber auch schon wieder, denn die reale übersetzung dieses ansinnens ins griechische schulsystem ist wieder eine trauergeschichte für sich (überfüllte klassen, desolate schulen, teure nachhilfe..wer sichs leisten kann schickt die kinder in privatschulen und letztere boomen regelrecht). Immerhin gibt es auch in GR wie in so vielen anderen ländern die gemeinsame schule, d.h. wenn schon eine starke selektion aufgrund der sozialen ungleichheit bereits in der gesellschaft vorhanden ist, dann wird sie nicht auch noch durch ein in sich selektives schulsystem verschärft. Letzteres scheint die ÖVP in Österreich leider noch immer nicht begriffen zu haben bzw. begreifen zu wollen. Aber ich bin zuversichtlich, dass im laufe der kommenden jahrzehnts auch hierzulande die modernisierung des schulsystems unumgänglich wird. Denn bildung muss für alle zugänglich sein und nicht nur für eliten, die sich auf diesem weg nur selbst reproduzieren. mit freundlichen grüßen maria vassilakou
Maria Vassilakou
Schwerpunkte: Wirtschaft, Umwelt, Integration
Lasst uns realistisch sein - lasst uns aus Utopien Zukunftspläne schmieden
Bio
41 Jahre
Wohnort: Hernals
- Seit 2008 stellvertetende Bundessprecherin
- Seit 2004 Klubobfrau des Grünen Klubs im Wiener Rathaus
- Mitglied des Bundesvorstands der Grünen
- 2001-2004 Mitglied der Wiener Landesregierung und n.a. Stadträtin
- 1996-2001 und ab 2004 Grüne Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete in Wien
- 1997-2001 Mitglied des Landesvorstands der Wiener Grünen
- 1995-1996 Generalsekretärin der ÖH
- 1993-1995 Bundesreferentin für ausländische Studierende in der ÖH
- Studium Sprachwissenschaft und gew. Fächer d. Psychologie, Abschluss 1994
- Seit 1986 in Wien (aufgewachsen in Athen)
- Verheiratet
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Die Zukunft bauen heißt, die Gegenwart bauen. Es heißt, ein Verlangen erzeugen, das der Gegenwart gilt (A.d.Saint-Exupéry) Weil Wien meine Stadt ist, weil ich seine Zukunft weder dem Zufall noch dem rechten Rand überlassen möchte, weil wir Grüne die treibende Kraft hinter den drängenden ökologischen, sozialen und demokratischen Reformen sein müssen und werden! Und weil mein Herz grün schlägt.
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Wien wächst auf 2 Mio bis 2050! Migration und gesellschaftlicher Zusammenhalt, neues Solidaritätverständnis als Basis für soziale Reformen, radikale ökologische Neuorientierung von Energieproduktion und wirtschaftlicher Innovation, moderne Moblilität, Schulen von Weltklasse, demokratische Erneuerung und BürgerInnenbeteiligung. So kriegt Wien die Nase vorn unter den grünen Metropolen der Zukunft.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Autofreie Innenstadt und Ring, mit den Öffis superschnell um 1€ überall hin in Wien+Umland, neue Wohn- und Arbeitsviertel, die komplett energieautark sind, in 10 Jahren Solarstadt Wien, Bildungsabschlussgarantie für jeden Jugendlichen bis 18, Schulsozialarbeit und Pionierprojekte in jeder Wiener Schule, Grundsicherung als Ausgangsbasis für alle, WienerInnen gestalten ihre eigenen Stadtviertel..
Frag mich was!
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Daniel Imrich fragte 14.11.2009
Hallo Maria! Du hast ja auch in Griechenland an einem sehr erfolgreichen Wahlkampf teilgenommen. Gibt es Dinge, die Du dir dort abschauen und in Wien umsetzen möchtest?
Andreas Lindinger fragte 13.11.2009
Liebe Maria! Super, dass du Vorzeigeprojekte aus anderen Städten in- & außerhalb Europas erwähnst, da es sonst in der österreichischen Politik fast nie einen solchen Blick über den eigenen Tellerrand gibt! Für welche 3 Vorzeigeprojekte soll Wien 2015 nach 5 Jahren grüner Regierungsbeteiligung international bekannt sein? Danke! Lg Andi
1. Klima-Hauptstadt Wien: Delegationen aus aller Welt besuchen uns wegen unserer Klimastrategie und der bereits angelaufenen Umsetzung. Wien hat sich das Ziel gegeben innerhalb von 15 Jahren CO2 neutral zu werden 2. Bildung schafft Zukunft: alle Wiener Jugendliche bis 18 haben einen Ausbildungsplatz! Das Lehre-Debakel der letzten Jahre gehört der Vergangenheit an. Wir haben die Nase vorn wenn es um neue Ausbildungen in Zukunftsberufen geht (nicht zuletzt auch in Kombination mit der Klimastrategie) 3. Die Wiener Grundsicherung gibt Sicherheit u die Chance wieder neubeginnen zu können. Für kleine Selbständige und Ein-Personen-Unternehmen bietet sie Rückhalt bei Krankheit od auf der Suche nach neuen Aufträgen. Und für uns alle bedeutet sie die Chance zur beruflichen Neuorientierung od Aufwertung unserer Qualifikationen denn sie sichert uns in Fortbildungszeiten 4. Wer will schon Auto fahren?! Flotte Öffis und bequeme Intervalle sorgen für moderne Mobilität zwischen Wien u Umland bzw. in Wien inkl kostenlosem Netzzugang während der Fahrt. Das Auto lässt man spätestens an der Stadtgrenze in der Garage und man steigt zum integrierten Tarif auf d öffis um. und Wien ist die einzige Metropole, in der die öffis nicht teurer werden sondern das Gegenteil: seit der Tarifreform haben sich die Öffi-Preise halbiert, so dass sich die Öffis dem Auto gegenüber sowohl kosten- als auch zeit- und komfortmässig rechnen so, lieber Andreas! 3 Projekte hast du gewünscht, 4 hast du bekommen und ich mache hier lieber einen Punkt, denn das war noch lange nicht alles.. lg. Maria
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
nach meiner einschätzung braucht es danach keine "taktik" sondern ein gutes grünes wahlergebnis. grünes regieren bedeutet für wien eine riesenchance in neue energietechnologien zu investieren, eine klare vision für die wiener verkehrspolitik umzusetzen, die wiener schulen auf weltspitzenniveau zu heben inklusive einer modernen sprachenpolitik..um nur einige wenige beispiele zu nennen, was den grünen beim regieren am herzen liegen würde. wichtig ist, dass wir am wahlabend ein so gutes wahlergebnis erzielen, dass wir am verhandlungstisch gute karten haben. schlussendlich würde eine ausrichtung auf grüne perspektiven für wien auch für die spö die langersehnte erneuerung einleiten. aber das alles ist m.E. nicht eine frage von taktik sondern vielmehr das ergebnis einer entwicklung, die sich bereits heute abzeichnet: die system häupl wird abgewählt, die spö wird am wahlabend vor der entscheidung stehen: große koaltion auch in wien (inklusive stagnation, packelei und gegenseitige dauerblockade) oder chance auf erneuerung und längst fällige reformen durch den grünen regierungseintritt. Das grüne wahlergebnis ist dabei die beste entscheidungshilfe..
Michael Vesely fragte 6.11.2009
Du kandidierst u.a., um dich des Themas "Wirtschaft" in Wien anzunehmen. Was kann ich mir konkret darunter vorstellen? Ich bin Kleinunternehmer in Wien - warum soll ich deine Kandidatur unterstützen?
mein wirtschaftsverständnis basiert auf der überzeugung, dass wohlstand für alle (und nicht für einige wenige) enorme erneuerungs- und wachstumspotentiale in sich birgt, weil dadurch entfaltungschancen und kreativität jedes/jeder einzelnen viel besser und breiter genutzt werden können und davon profitiert die stadt wiederum viel mehr und nachhaltiger als durch eine unhinterfragte aggressive (und meist beliebige) ansiedlungspolitik für konzernniederlassungen. Was es dafür braucht, sind regionale nachhaltige strategien: konkret fordern wir seit jahren ein grünes konjunkturpaket für wien (investitionen in eine wärmedämmungsoffensive, solarenergie, sanierung öffentlicher gebäude und insbsondere bauliche erneuerung und modernisierung/erweiterung von schulen und kindergärten, personal für kinderbetreuung, ausbau der öffis vor allem in der peripherie etc.) mit dem einerseits tausende neue arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden können andererseits aber die standortvorteile kräftig ausgebaut werden können (verkehrssituation und anbindungen, bildung und soziale stabilität sind äußerst wichtige standortvorteile). dazu müsste kommen die längst fällige modernisierung der wiener wirtschaftsförderung, investitionen in grüne forschungszweige (besonders neue grüne technologien, die für mittlere und kleinunternehmen in wien eine chance bedeutet, neue märkte zu erschliessen) und der wille zur entwicklung regionaler grüner technologieclusters, die uns den zugang zu den internationalen märkten der nächsten jahrzehnte sichern würden (die öresund-region macht verfolgt z.B. eine gemeinsame Strategie als Cluster für Windrädertechnologie seit längerem mit großem erfolg, insofern ist ein kluge Ansiedlungspolitik gefragt auch für unsere Region und nicht ein blinder Ansiedlungswettlauf, der am ende mittel verschlingt und uns regelmässig vor dem problem hunderter kündigungen stellt). Übergeordnet steht die wiener vision innerhalb von 15jahren co2-neutralität als eine der ersten städte der welt zu erreichen. wenn ich nun den fokus noch spezieller auf klein- und kleintunternehmen lege, dann braucht es auch hier eine wiener strategie: leistbaren raum für büros und produktionswerkstätten (inklusive bessere vernetzungsmöglichkeiten, um größere aufträge erzielen zu können), transparente ausschreibungen öffentlicher aufträge, schaffung einer rasch zugänglichen unbürokratischen grundsicherung in notsituationen (etwa bei krankheit oder unfall; von besonderer bedeutung für ein-personen-unternehmen), sprengen der kreditklemme durch die schaffung eines wiener fonds für kreditgarantien bei kleinkrediten... und last but not least braucht es ein neues arbeitsrecht, das den übergang von der selbständigkeit zur unselbständigkeit und zurück fliessend gestaltet, weil endlich die systeme auf einander harmonisiert werden und vieles einheitlich geregelt wird. das waren einige beispiele, wir können auch per mail oder am rande der landesversammlung über weitere aspekte (migrationsstrategien, fortbildungspolitik auch für kleinstunternehmerInnen..) reden. Ich müsste eben wissen, was dich im besonderen interessiert. mfg. maria vassilakou
Warum kandidieren nur Sie für den 1. Listenplatz? Ist das nicht einfach langweilig? Oder glauben Sie, dass Konkurrenz das Geschäft verdirbt?
Es handelt sich um eine Grüne Landesversammlung. Und Grüne Landesversammlungen sind niemals langweilig.


0:39 Rettet den Naschmarkt - Maria Vassilakou
3:55 Grüne Sommergespräche 2009 - Energiewende gegen ...
5:45 Maria Vassilakou - Platz 1 (1/2)
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Gemeinderatswahl 2010: Die neuen KandidatInnen
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