Lieber Andy, in Wien sagt die Arithmetik ohnehin, dass sich Schwarzgrün nicht ausgehen wird. Prinzipiell bin ich aber pragmatisch und mich interessieren nur Verhandlungsergebnisse.
Marco Schreuder
Schwerpunkte: Kultur, Andersrum, Demokratie & Menschenrechte
Meine Website: http://www.marco-schreuder.at
Ein anderes Wien ist machbar! Modern, gerecht, ökologisch, weltoffen und bunt.
Bio
41 Jahre
Wohnort: Rudolfsheim-Fünfhaus
- Seit 2005 Gemeinderat in Wien
- 2002 - 2005 Menschenrechtsreferent im Grünen Klub im Rathaus
- 1997 - 1999 Tätigkeiten beim Festival "Wien ist andersrum"
- 1999 - 2001 T Junction Gegenwartstanz
- 1996 - 2001 Redakteur bei verschiedenen lesbisch-schwulen Medien, u.a. Chefredakteur bei "Bussi“
- 1991 - 1995 Studium der Theaterregie, Max Reinhardt-Seminar, Wien
- 1988 - 1991 Studium der Kunstgeschichte, Uni Wien
- 1975 Familie wandert ins Salzkammergut aus; Volksschule, Hauptschule und Tourismusschule in Bad Ischl, OÖ
- Geboren in Putten, Niederlande
Das hier für alle, die heute wieder in die Schule müssen: http://bit.ly/aadHtN
heute um 09:04 von marcoschreuder
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Die einzige politische Kraft, die in allen Bereichen einen Schritt weiter denkt und "Politik mit Köpfchen" macht, sind die Grünen. Ursprünglich komme ich aus der Menschenrechtsbewegung für Lesben, Schwulen und Transgendern. So dockte ich bei den Grünen an und lernte dann noch viel Neues kennen und bin über die gesammelte Kompetenz im Team immer wieder erstaunt und lernte und lerne.
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Migration und gesellschaftliche Vielfalt managen. Europameister in Energiepolitik werden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten in nachhaltige und zukunftsträchtige Branchen und somit Arbeitsplätze investieren. Zunehmende Armut bekämpfen. In ein Bildungssystem investieren, dass individuell fördert und Chancengleichheit gewährleistet. Demokratie stärken, Freunderlwirtschaft abschaffen.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Integrationspolitik ist harte Arbeit. Wie wäre es mit einem Comeback von Hausmeister_innen? Nicht als Blockwarte, sondern als ausgebildete Mediator_innen im Gemeindebau bis zum privaten Zinshaus. Freunderlwirtschaft bedeutet Verschwendung von Steuermillionen. Das Kontrollamt kontrolliert DANACH. Wie wäre es, diese Struktur umzukehren und so Verschwendung VOR Ausgaben zu vermeiden?
Frag mich was!
Logge dich bitte hier ein, um eine Frage posten zu können. Du kannst entweder deinen Usernamen & Passwort von wien.gruene.at verwenden, deine OpenID URL angeben oder dich via Facebook einloggen.
Andy Gabmeyer fragte 13.11.2009
Lieber Marco: Wieso gehst du automatisch von Rot/Grün aus? Gefällt dir die Arbeit der Grünen in OÖ mit der ÖVP nicht?
Andreas Lindinger fragte 13.11.2009
Lieber Marco! Vom Europameister in der Energiepolitik ist Österreich leider so weit entfernt wie vom Europameister im Fußball - der letzte Platz unter den EU15 bei Kyoto-Ziele spricht Bände! Daher zum Querdenken: Wie kann Kunst & Kultur in Wien Bewusstsein für große Herausforderungen wie Klimawandel fördern und Politik dies unterstützen? Danke! LgA
Lieber Andreas, gefinkelte Frage! :) Ich habe mir das aber tatsächlich mal überlegt, und würde eher mal bei den Kultureinrichtungen selber anfangen. Also Wärmedämmung bei allen Häusern, Energieberatungen für alle Kulturinstitutionen und kulturelle Neubauten in Passivbauweise. Das Wien Museum soll ja neu gebaut werden. Da wäre es eine tolle Sache, und die ganze Welt würde sich das anschauen.
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
Eine nie ganz einfache Sache ist der Spannungsbogen zwischen kontrollierende harte Opposition und Gestalungswillen, sprich: Regierungsbeteiligung. Ich spreche mich klar für Verhandlungen ein, denn die SPÖ braucht innovative, weltoffene, inhaltliche Begeleitung beim Regieren. Rotgrün ist also besser als Rot alleine oder Rotschwarz. Ja, ich bin der Meinung, dass Rotgrün der Stadt gut tun würde, und ja, ich meine, dass es in Österreich dringend das Rotgrüne Modell braucht. Und wo wäre es besser, als in Wien? Ob die SPÖ diese Taktik auch so sieht, ist natürlich die große Frage. Denn eines darf man leider nicht vergessen: Die Roten tun sich mit den Schwarzen insofern leichter, als die Schwarzen bei Postenschacher und Einfluss einfach "ihren" Anteil einfordert, während die Grünen eine völlig andere Kultur wollen, was etwa Ausschreibungen und Postenbesetzungen betrifft. Es wird auf jeden Fall spannend!
Lieber Marco, Ordnung schafft schon die SP. Basis beider Ideen ist, wie man mit einem nicht selbst gehörenden Geldern, Gütern umgeht. Gemeinwesen! Warum nicht die Verantwortlichkeit stärken? Kontrolle ist teuer, ineffizient, Teil des Systems. Streiten tun auch besitzende Nachbarn. Kosten sind kein Thema? Die Delogierungen als Folge?
Liebe Esmaralda! Ordnung ist ein hartes Wort, und ich weiß nicht ganz, ob ich dich richtig verstehe. Aber ich tu mein bestes. :) Ich mach es mal andersrum und erzähle ein Beispiel: Noch bis vor einigen Jahren bot die MA7 allen Kulturschaffenden ein Bildungsangebot an. Dort konnten sie lernen, wie Buchhaltung funktioniert, wie abgerechnet wird, etc. Das wurde ersatzlos gestrichen. Trotzdem arbeiten Kulturschaffende in oft prekären Verhältnissen, selbstausbeutend und müssen schauen, dass sie mit knappen Subventionen das Auslangen finden. Bei späteren Prüfungen - etwa des Kontrollamts - kommt dann nicht selten Chaos raus, das aber auf die Arbeitsverhältnisse wenig Rücksicht nimmt. Gleichzeitig hat natürlich jemand, der/die öffentliche Gelder in Anspruch nimmt, auch öffentliche Interessen zu wahren, geht es doch um Geld aller Wiener_innen. Zum einen kann hier quasi "Kontrolle" vorgezogen werden, indem die Stadt schon im Vorfeld Hilfe anbietet. Na logisch, dass sich Kunstschaffende mehr um ihre Kunst kümmern, als um Belege, Haben und Soll. Bei Großaufträgen wiederum, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Ausschreibungen prinzipiell von einer unabhängigen Stelle vorgenommen werden. Letzteres verstehe ich als Diskussionsansatz und bin da offen. Mir ist klar, dass auch politische Verantwortung wichtig bleiben soll. Aber wäre das Interesse des Steuerzahlers und der Steuerzahlerin nicht auch: Wie verhindere ich Freunderlwirtschaft im Vorfeld. Es ist ja im Moment nicht von der Stadt Wien medial die Rede, aber der Buwog-Verkauf zeigt's ja deutlich. Liebe Grüße, Marco.
Lieber Marco, präziser: macht die SP schon und eine Kontrollfunktion ist dabei! Zahlen tun die Mieter. Wie soll Kontrolle vor einem Bau funktionieren? Das Geld ist da ja nur potentiell ...
Wo soll die SP das denn machen? Ausschreibungen sollten prinzipiell vorgenommen werden, und vom Kontrollamt gecheckt werden.
Gibt es schon ein Pilotprojet für zu Mediatorinnen ausgebildete Hauswarte? Gibt es schon erste Erfahrungswerte? Oder wann und wie initiierst du ein solches Projekt?
So lange wir Opposition sind, werden wir das nur fordern können, aber vielleicht ist die SPÖ ja bereit dazu. Erste Pilotprojekte werden derzeit von der MA 17 vorbereitet. Das klingt spannend und viel versprechend. Im 12. Bezirk haben andere Maßnahmen sehr geholfen, dass Menschen wieder mehr das gemeinsame als das trennende suchen, etwa durch Fußballturniere für die Kids. Sowas halte ich immer noch für das Beste, das man gegen Vorurteile und Rassismen machen kann.
Wo mangelt es in der Ausbildung der Kunstschaffenden?
Hallo Klar! Im Grunde ist unsere Ausbildung in künstlerischen Gebieten noch immer äußerst klassisch. Damit meine ich nicht nur etwa das Max-Reinhardt-Seminar, das ich ja besuchte. Es geht um das davor! Kreativität spielt eine immer unwesentlichere Rolle. Kaum eine Bundesland hat so wenig Musikschulen wie Wien. Und wenn man das Glück hat, das Kind doch unterzubringen, so kann man zwar Klavier, Geige oder Blockflöte erlernen, aber nicht ethnische Musik, Popmusik, Produzieren, Deejaying. Außerdem fehlt es an Probreäume. Außerdem bin ich der Meinung, kreatives Schaffen müsste in Freiräumen in Grätzeln ermöglicht werden. Ich denke da an Paris: Dort sind kreative Räume in vielen Stadtteilen geschafft worden, wo Jugendliche von Malen bis Rap vieles erlernen und ausprobieren können.
Marco, vielleicht wegen seiner immer dem Besitzer verpflichteten Seite? Weil die Betriebskosten bereits jetzt die Haare vom Kopf fressen? Und wer kontrolliert die Kontrollore? Innovativ soll da ...
Ich habe die Frage nicht ganz verstanden, aber bei der Kontrolle ging es mir darum: Gibt es Mechanismen, die Verschwendung BEVOR sie passiert, verhindern können? Diese Diskussion möchte ich gerne in Gang bringen.
Wieso werden ausgerechnet Ihnen keine Fragen gestellt?
Es sind mittlerweile zwar drei hier, aber es liegt sicher auch daran, dass ich im Web 2.0 sehr präsent bin und dort sehr viele Fragen erhalte. Auf facebook und twitter unterhalte ich mich diesezüglich am meisten. Mehr als hier, zugegeben.


9:06 Geburtstagsvideo für Marco Schreuder
2:16 Mein Nachbarin Stella erzählte mir heute Hänsel ...
7:56 Folge 2: "Marco im Gespräch mit... Manfred ...
Kundgebung am Ballhausplatz, Marco Schreuder
Kundgebung am Ballhausplatz, Marco Schreuder
Kundgebung am Ballhausplatz, Gerhard Friedinger