Petra Galkova
Schwerpunkte: Seniorinnen, Integration, Andersrum
Meine Website: http://www.petragalkova.at
Jung gegen Alt. Inländer-Ausländer. Familie vs. Homos. Für die Grenzen in unseren Köpfen sind wir selbst verantwortlich.
Bio
51 Jahre
Wohnort: Leopoldstadt
- geboren in Bratislava/ČSSR
- 1984 Studienabschluss - Filmergie/Dokumentarfilm (Hochschule für Musische Künste/Filmakademie Bratislava)
- 1987 Flucht nach Österreich/Asyl 1989/seit 1998 österr. Staatsbürgerschaft
- Tellerwäscherin, Fischverkäuferin, Büglerin, Bauarbeiterin, Behindertenbetreuerin, Kellnerin, Taxifahrerin, Sprachenlehrerin an der VHS, Produktionsleiterin beim ORF, Werbetexterin
- selbständige Übersetzerin
- seit 2004 Grüne Aktivistin
- seit 2006 Sprecherin der Grünen Andersrum Wien + Vorstandsmitglied der Grünen Migrant_innen Wien
- 2007 - 2009 Mitglied des Landesvorstandes
Meine Bewerbung
Als ich vor fast 23 Jahren aus der ČSSR geflüchtet bin, wollte ich von Politik nichts mehr hören. Einige meiner Freunde aus dem Dissident_innenkreis saßen im Gefängnis, ich hatte Arbeitsverbot. Aus damaliger Sicht war Österreich ein Demokratieparadies. Im Flüchtlingslager Traiskirchen ließ ich meine Fingerabdrücke und ‚Verbrecherfotos‘. Nach der Entlassung - eine Asylantin ohne Arbeit mit Arbeitsverbot, die sich durch viele Zimmer des Innenministeriums u. der Fremdenpolizei kämpft. Billige Schwarzarbeiterin, die nie weiss, ob sie ihren Job auch am nächsten Tag hat und bei jedem Klingeln an der Tür zittert. Wenn ich von Integration spreche, ist diese Zeit wieder präsent. Der Umgang mit Menschen, die andere Wurzeln haben, ist in diesem Land unerträglich. Zu viele schauen zu. Froh, den Schuldigen gefunden haben. Rechtsextremismus ist gesellschaftsfähig geworden und ich fühle mich verpflichtet dagegen zu kämpfen.
Was passiert mit einem Menschen, wenn er seinen Zenit überschritten hat? Er wird als unproduktiv, lästig und zu teuer abgestempelt. Alt ist gleich unbrauchbar. Die Pensionistenverbände beklagen niedrige Pensionen, die Gesellschaft schickt sie zuerst in Pensionistenklubs zum Kartenspielen, dann in Pflegeheime. Geld und Pflege. Der Mensch, der in jedem/jeder Senior_in steckt, existiert nicht. Alternative Wohnmodelle, leistbarer Zugang zur Bildung und Kultur, Selbstbestimmung, ausreichende mobile Pflegedienste,... fehlen. Wien bastelt an einer zweiklassen Gesellschaft im mehrfachen Sinne und der Mensch bleibt auf der Strecke. Senior_innen, Migrant_innen, Homosexuelle. Menschen, die als Belastung angesehen werden. Randgruppen, die andere Parteien als Zielscheiben benützen. Wien sind aber wir alle. Und für die Grenzen in unseren Köpfen sind wir selbst verantwortlich.

