Es wird der Fall sein, dass die SPÖ ohne absolute Mehrheit in die nächste Periode geht. Wenn der Denkzettel, den die SPÖ erhält, zur Stärkung der Wiener Grünen führt – werden wir unsere Politik für einen ökologischen und solidarischen Kurswechsel in Wien mit voller Kraft vorantreiben. Über alles weitere reden wir am Montag nach der Wahl.
Martina Wurzer
Schwerpunkte: Frauen, Demokratie & Menschenrechte, Antifaschismus, Datenschutz
Unsere Welt ist schöner! Alternative Kommunalpolitik schafft Gerechtigkeit
Bio
29 Jahre
Wohnort: Leopoldstadt
geboren und aufgewachsen in Hall in Tirol
seit 1998 in Wien, abgeschlossenes Studium der Politikwissenschaft und Gender Studies
- 1999 über Demos anlässlich des Todes von Marcus Omofuma zur Grünalternativen Jugend Wien gestoßen und bis 2005 aktiv
- seit 2002 Mitglied der Landeskonferenz, seit 2006 als Vorsitzende
- seit 2005 Bezirksrätin in der Leopoldstadt
- seit kurzem im Vorstand der Frauenorganisation Wien
- 2004 Referentin für Wissenschaft/Forschung im Rathausklub
- Leitung Jugendkampagne zur Gemeinderatswahl 2005
- Seit 2007 Assistenz Albert Steinhauser, Justizsprecher der Grünen
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Ich bin wütend. Wütend über die Kluft zwischen dem, was möglich wäre und dem, was ist. Mit Diskriminierung und Geringschätzung von Frauen kann ich mich nicht abfinden. Ich will in einer Gesellschaft leben, in der Menschenrechte eingehalten werden. Alle müssen gleichberechtigten Zugang zum Reichtum der Gesellschaft haben. Die Wiener Grünen sehen das genauso.
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Ich will nicht in allen Lebenslagen bespitzelt und kontrolliert werden. Wir müssen den Überwachungswahn in Wien stoppen und für Freiheit statt Angst einstehen. Kämpfen wir gegen die Aufteilung von Menschen in Inländer_innen und Ausländer_innen, Männer und Frauen, Homo- und Heterosexuelle, Gesunde und Kranke, Reiche und Arme,... und gegen die damit verbundenen Rollenzuteilungen und Wertigkeiten.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Wien muss Raum für alternative Wohn- und Lebensformen schaffen. Wagenleben und Hausprojekte haben Platz in dieser Stadt. Ich will ein Gesetz, das die Inanspruchnahme von Immobilien ermöglicht, die über ein Jahr lang nicht genutzt wurden. Diese Stadt braucht Räume, die frei sind von Sexismus, Homophobie und Rassismus. Was wäre, wenn Wien wirklich anders wäre?
Frag mich was!
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Hans-Martin Meyer fragte 16.11.2009
Werden Sie "rot" unterstützen?Was ist Ihr Vorschlag, die Stimmengewinne von HC Stache abzubremesen?
Richard Henner fragte 15.11.2009
Gratulation und auch weiter viel Erfolg!!!!
Was bieten Sie was andere Grüne/KandidatInnen nicht auch schon längst bieten?
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
Wolfgang Stadik fragte 5.11.2009
Wie stehst Du zu Aktionismus als Mittel zur Kommunikation von Politik (In Hall gibt es ja Vorbilder: tinyurl.com/yl53nvw ) ?
Lieber Wolfgang! Neben Otto Grünmandl fällt mir zu den Stichworten Hall und Aktionismus auch eine Aktion ein, an der ich 1995 beteiligt war. Jörg Haider trat im Zuge des NR-Wahlkampfs am Oberen Stadtplatz in Hall auf. Damals war ich noch nicht politisch organisiert, aber in einer Theater-Gruppe und so rückten wir mit Zahnbürsten an, um direkt vor der Bühne das Kopfsteinpflaster zu bürsteln. Haiders Securitys waren klarerweise schnell zur Stelle, aber es dauerte doch lange genug um unser Statement rüber- und einige FPÖ-Fans in Rage zu bringen. Aktionismus und Kommunikationsguerilla sind mir sehr liebe Mittel um kreative Impulse und Initiativen zu setzen, die ich für zielführender halte, als mit Presseaussendungen das Zeitgeschehen zu kommentieren.
Gebi Mair fragte 25.10.2009
Muss man was fragen? Kann man auch einfach was sagen? Ich würde in dem Fall nämlich sagen: Alles Gute, ich hoffe du schaffst es. Wenn ich ein Wiener wär, ich wüsste wen ich wählen würde ;-)
Norbert Doubek fragte 22.10.2009
wie ist das gemeint, dass die stadt raeume braucht die frei sind von sexismus, homophobie und rassismus? solls denn auch raeume geben wo das toleriert wird?
Lieber Norbert! Wie schön wäre Wien, wenn wir uns diese Frage bereits ernsthaft stellen müssten. Ungebetenes Anstarren, blöde Anmachen und übergriffiges Verhalten stehen auf der Tagesordnung. Räume, in denen diskriminierendes Verhalten nicht akzeptiert wird, leider kaum. Ich find´s wichtig Räume zu schaffen, wo Kreativität und Stärke und nicht Konkurrenz, Zurückhaltung, und Unterdrückung entstehen! Und ja – selbstverständlich träum ich von einer Gesellschaft, die einen anti(hetero)sexistischen und antirassistischen Anspruch an sich selbst stellt.

