Lieber Hans-Martin, die grüne Alternative in Innsbruck ist lebendig und schlagkräftig, da kann ich Ihre Kritik ganz und gar nicht nachvollziehen! Ich schlage Ihnen aber vor, meine grünen FreundInnen in Tirol persönlich zu kontaktieren - ein direktes Gespräch ohne den "Wiener Umweg" ist da bestimmt klärend.
Sigrid Pilz
Schwerpunkte: Kontrolle, Gesundheit, Pflege
Meine Website: http://psychiatrieskandal.wordpress.com/
Nur wer als Opposition durchsetzungskräftig ist und Biss hat, kann auf Augenhöhe in eine Regierungskoalition eintreten.
Bio
51 Jahre
Wohnort: Penzing
- Seit 2001 Gemeinderätin, Themen: Gesundheitspolitik, Pflege, Kontrolle
- Mitglied im Bundesvorstand der Grünen
- Seit 1985 Bundesbedienstete im BMWFJ; Leiterin der Abteilung für internationale Familien- und Jugendpolitik (seit 2001 in Teilkarenz wg. des politischen Mandats)
- Seit 1984 Universitätslektorin in Innsbruck
- Seit 1985 Moderatorin (u.a. im Club 2)
- 1978 –1985 Mitarbeiterin, später Leiterin des Jugendzentrums Z6 in Innsbruck
- 1984 Promotion (Dr. phil) Erziehungswissenschaften u. Psychologie in Innsbruck
- Verheiratet, 2 Kinder
- geboren in OÖ
(Foto: Lorenz Dopplinger)
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Die schwarz-blaue Machtübernahme 2000 motivierte mich, selbst politisch aktiv zu werden. Grün statt rechts! Aber auch Wien braucht Grüne, denn die rote Stadtregierung ist reformunfähig. In der Gesundheitspolitik droht Stillstand, der zulasten der sozial Schwachen geht. Doch seit 2001 haben wir wesentliche Reformen in der Altenbetreuung und der Psychiatrie durchgesetzt. Aber viel ist noch zu tun!
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Wien muss von der selbstgefälligen Rückwärtsgewandtheit der SPÖ befreit werden - statt paternalistischer Bevormundung braucht es Offenheit für die Ideen und die Mitwirkung der Menschen. Als eine spannende Stadt für die Jungen, mit Bildungsangeboten, innovativen Jobs und Internationalität. Die Politik muss aber auch für Integration sorgen: bei Generationen, Mobilität, Sozialpolitik, usw.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Der soziale Zusammenhalt steht und fällt mit der Frage, ob alle Menschen Zugang zu den wichtigen Leistungen der Stadt erhalten. Im Gesundheitswesen geht es aber viel zu oft um Geld, Macht und Einfluss. Viele PatientInnen erleben sich als ohnmächtig. Das muss sich ändern! Es braucht daher eine unabhängige Patientenvertretung, die wirksam Transparenz, Patientenrechte und Mitsprache garantieren kann.
Frag mich was!
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Hans-Martin Meyer fragte 11.11.2009
Liebe Sigrid Pilz, Ihre Antwort freut mich.Sie haben recht, aber ich hatte Ihe Innsbrucker Freunde vor Augen.Das schwarze Netzwerk (Filz) reicht bei den cbs-deals der ikb in Ihre Fraktion. In Innsbruck hat sich die grüne "Alternative" offenbar in Luft aufgelöst.
Hans-Martin Meyer fragte 8.11.2009
Die neoliberalen Ideen haben sich auch in den Köpfen der "grünen Mandatarinnen" eingenistet.So werden "Privatisierungen" kommunaler Aufgaben (Ver-Entsorgung,Altenbetreung,....)hingenommen, geduldet und sogar unterstützt.Auch CBK Dieals fanden grüne Unterstützung
Lieber Hans-Martin! Die Wiener Grünen stehen den Privatisierungen von kommunalen Aufgabe sehr kritisch gegenüber! Wir waren die treibende Kraft gegen cross-border-leasing, haben gegen die Ausgliederung von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen in den FSW gestimmt und mahnen politische Kontrollrechte in all diesen Bereichen ein.
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
Ich bin dafür bekannt, dass ich meine oppositionelle Rolle sehr kantig anlege: ich zeige die Mängel der SPÖ- Gesundheitspolitik seit Jahren auf und habe wichtige Veränderungen erzwungen. Das heißt für mich aber nicht, dass wir nur als Opposition erfolgreich sein können. Wenn die SPÖ die Mehrheit im künftigen Gemeinderat verliert - wovon ich ausgehe - ist damit das System Häupl abgewählt ! Wir Grünen werden dann zeigen, dass wir die besseren Konzepte haben- entweder weiter in der Oppositionsrolle oder als RegierungspartnerInnen auf Augenhöhe.
Hallo! Wie siehst du das aktuelle Tabakgesetz (im Hinblick auf die Gastronomie)? Wie findest du dessen aktuelle Umsetzung in Wien? Hast du vor, in diesem Bereich aktiv zu werden bzw. hast du in der Vergangenheit diesbezüglich etwas getan? Diese Frag geht an Kandidaten zu den Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit.
Der NichtraucherInnenschutz ist mir ein wichtiges Anliegen. Außerdem soll durch frühzeitige Prävention verhindert werden, dass junge Menschen zu rauchen beginnen. Die Regelung für die Gastronomie ist eine typische österreichische Lösung, mit der man mit komplizierten Regelungen versucht,,es allen recht zu machen. Ich persönlich befürworte ein totales Rauchverbot in der Gastronomie. Allerdings liegt die Zuständigkeit auf Bundes- und nicht auf Landesebene. Im Bereich der Gesundheitsförderung können die Länder allerdings viel für eine rauchfreie Gesellschaft tun. Ich gebe allerdings zu, dass es sogar im Grünen Klub im Rathaus schwierig ist, alle Menschen davon zu überzeugen, dass im Büro nicht geraucht werden darf und soll.
Kannst du ein oder zwei Links zu Medienberichten nennen, in welchen über die von euch initierten Verbesserungen in der Psychiatrie berichtet wird?
Eben heute ist beispielsweise auf ORF ON ein Bericht über meine Kritik an der Umsetzung der Dezentralisierung der Psychiatrie erschienen. Morgen mehr dazu in den Tageszeitungen. Es ist ein Erfolg der grünen Arbeit in der Untersuchungskommission, dass die psychiatrischen Abteilungen aus dem Otto Wagner Spital endlich in die Schwerpunktspitäler (Rudolfstiftung, Wilhelminenspital, KH Lainz) übersiedeln werden. Wie allerdings diese Dezentralisierung umgesetzt wird, ist ein weiterer Beweis schlechter SPÖ Gesundheitspolitik - Details dazu, sind wie gesagt auf ORF ON und in meinen Presseaussendungen nachzulesen. Über die Verbesserungen die wir erreicht haben,(Personalvermehrung, bauliche Verbesserungen, endlich genügend Sicherheit für Personal und PatientInnen , etc) gab es im vergangenen Jahr laufend Berichte in den Printmedien (Tageszeitungen, Profil) dem ORF und Privatradios. Inhaltliches ist auf meinem Psychiatrieblog nachzulesen.
Warum sind acht Jahre Rathaus nicht genug? Warum haben Sie das, was Sie jetzt machen wollen, nicht bereits zuvor gemacht?
Ich habe seit 2001 kräftig in der Wiener Gesundheitspolitik umgerührt - zum Nutzen der Menschen, die ein Recht auf beste Leistungen haben, wenn sie krank sind. Es ist heute wichtiger denn je, der Stadtregierung auf die Finger zu schauen: zum Beispiel zeichnet sich jetzt schon ab, dass beim Bau des Krankenhaus Nord Geld verschwendet und schlecht geplant wird.Ich bringe die Erfahrung ein, hier wirkungsvoll zu kontrollieren.

