Bio

42 Jahre

Wohnort: Ottakring

  • Bezirksrat in Ottakring (Kultur, Verkehr, Öffentlicher Raum)
  • Mitentwicklung der Grünen Radrettung ab 2005
  • Bei der BG16 seit 2003
  • In den 90er Jahren Mitaufbau der GRAS

  • EDV-Techniker, Datenbankdesigner
  • dzt. in Bildungskarenz (Studium Informatik)
  • seit 2008 MA einer kleinen Softwarefirma
  • 2003–2008 MA der Meduni Wien
  • 1999–2002 MA Trend-Profil Verlag
  • 1995–1999 freier Dienstnehmer der ÖH

  • ledig, ein Kind
  • geboren 1967 in Klagenfurt/Celovec
  • Matura 1986 HTL Elektrotechnik

Fragen & Antworten

Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?

Die Grünen bieten (noch) die Möglichkeit, aktiv an Veränderungen mitzuwirken. Basisorientierte Politik hat nur bei den Grünen eine Chance. Mir gefallen die Grünen in ihrer bunten Vielfalt, aber auch mit klaren Standpunkten. Grüne Politik erschafft sich immer wieder selbst und kann dadurch zu gesellschaftlicher Avantgarde werden. Sie soll wachsen, breiter werden und sich flächendeckend vernetzen.

Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?

Viele. Meine Felder: Der Autoverkehr ist eine Belastung für die meisten Menschen und für die Umwelt. Wien muss zur Fahrrad-Stadt werden. Dazu sind viele Maßnahmen nötig. Wir brauchen eine flächendeckende Nahversorgung mit regionalen, gesunden Lebensmitteln. Der öffentliche Raum muss den Menschen zurückgegeben werden. Mehr Kultur im öffentlichen Raum und Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche.

Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?

Viele. In der urbanen Verkehrspolitik die Umorientierung auf kleine mobile Einheiten. Damit weniger Platzverbrauch des Individualverkehrs. Großzügige Fahrradschnellwege. Radfahren als integraler Bestandteil des Volksschulunterrichts. Schaffung von kommunikativen "Piazzen" in den Bezirken. Mehr Mut in der Wiener Drogenpolitik: Entkriminalisierung des Konsums. Freigabe des Eigenanbaus von Cannabis.

 

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Open-ID User 1 fragte 7.11.2009

Hallo! Wie siehst du das aktuelle Tabakgesetz (im Hinblick auf die Gastronomie)? Wie findest du dessen aktuelle Umsetzung in Wien? Hast du vor, in diesem Bereich aktiv zu werden bzw. hast du in der Vergangenheit diesbezüglich etwas getan? Diese Frag geht an Kandidaten zu den Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit.

 
Cris Nessmann
Cris Nessmann antwortete 8.11.2009

Lieber User, ich will da ein bisschen weiter ausholen: Mich hat die öffentliche Debatte darüber erschreckt. Hier wurde eine Bruchlinie in die Gesellschaft eingezogen, wo sie nicht hingehört. Wenn wir öfter solche Debatten bekommen, wird sich zeigen, wie sich die Gesellschaft anhand Partikulärinteressen filetieren lässt. Das stärkt die Mächtigen, und schwächt die Schwachen. Im spezifisch österreichischen Fall laufen dann die „Verlierer“ den rechten Parteien zu. - Da wurden, auch von Grünen, erhöhte Sozialbeiträge für RaucherInnen gefordert. Wo kommen wir da hin? Muss ich mehr SV zahlen, wenn ich nicht täglich radfahre? Bereits herzkrank bin? Oder aber: Bergsteige (Risiko)? - Ich halte mich am Grünen Grundsatzprogramm fest: Wir wollen eine solidarische Gemeinschaft freier Menschen in einer intakten Umwelt. Um ein Beispiel zu nennen: Auch in der Verkehrspolitik will ich nicht Autofahrer gegen Radlerinnen ausspielen. Ich will vielmehr, dass eine moderne Verkehrspolitik zu mehr Mobilität für alle führt. Und dann überlege ich, wie das geht.

 
Armin Soyka fragte 3.11.2009

Bin durch und durch deiner Meinung (Drogen, Regionalisierung der Nahversorgung, Mobilität, Dezentrale Parteistrukut, Grün muss größer werden!) Tolle und wichtige Ideen und gut, dass du sie auch ohne Mandat umsetzt. Was konkret meinst du mit "ich sehe leider Tendenzen bei den Wiener Grünen, die dieser Ansicht zuwiderlaufen" und was sind deine Ideen?

 
Cris Nessmann
Cris Nessmann antwortete 4.11.2009

Lieber Armin, Engagement von unten funktioniert dann am besten, wenn es sich frei entfalten kann. Es gibt sicher hunderte und tausende Menschen mit guten grünen Ideen in Wien. Wieso finden sie nicht zu uns? Ich behaupte, wir sind einfach unattraktiv geworden, zu sehr normale Partei. Wenn wir den Menschen eine vorgefertigte Parteistruktur anbieten, in der sie sich von unten nach oben dienen müssen, um dann vielleicht etwas bewirken zu können, schreckt das ab. Dann finden wir nur KarrieristInnen und Parteisoldaten, aber keine kreativen Leute. - Ich bin für offene Parteistrukturen, die Möglichkeit an der Basis anzudocken, und dort Entfaltungsräume für eigene Projekte zu finden. Das heißt aber nicht, dass es keine Rückbindung zu den Parteiorganen geben soll. LG, Cris

 
Inge-Anna Koleff fragte 31.10.2009

Du schreibst, "es ist nicht mein Ziel, ein Mandat zu erreichen", das finde ich sehr schade, denn ich denke, dass du geeignet bist, diese Verantwortung zu übernehmen, vor allem auch auf Grund deiner vielfältigen und erfolgreichen Tätigkeiten im Bezirk in den letzten Jahren. Auf alle Fälle, viel Glück und Erfolg!

 
Cris Nessmann
Cris Nessmann antwortete 31.10.2009

Liebe Inge-Anna, danke für dein Lob. Für mich ist diese Kandidatur eine sehr persönliche Entscheidung. Ich bin überzeugt, dass politische Basisarbeit in den Bezirken und Grätzeln eminent wichtig ist. Sie ist die Grundlage einer bürgerInnennahen Politik und sollte bei den Grünen viel weiter ausgebaut werden. Die funktioniert aber nur - und ist für potenzielle, neu hinzukommende Mitglieder einer Grünen Bewegung nur attraktiv - wenn sie nicht zentral gesteuert, sondern autonom organisiert ist. Ich sehe leider Tendenzen bei den Wiener Grünen, die dieser Ansicht zuwiderlaufen. Ich will mich dafür einsetzen, dass bei den Wiener Grünen das bottom-up Prinzip erhalten und ausgebaut wird. Dafür brauche ich nicht unbedingt ein Mandat. Und ich will auch dezidiert ausdrücken, dass Mandate nicht so wichtig sind, um etwas zu erreichen. Ich denke nicht, dass ich mich vor Verantwortung drücke, ich will sie nur anders wahrnehmen. Und ich trete definitiv für eine offene Partei mit einer breiten Basis ein. Eine Kandidatur (auch auf einem hinteren Listenplatz) bietet dafür schon eine Drehscheibe. Und als GR-Kandidat kann ich mich schon anders einsetzen als als Bezirksfuzzi. Liebe Grüße, Cris

 
bapi fragte 30.10.2009

Hallo, bei den verschiedensten Veranstaltungen rund um den Yppenplatz hat frau immer den Eindruck, dass sich die Grünen dort unaufdringlich aber kontinuierlich mit engagieren. Und das auch deshalb, weil du meistens dabei bist und jeden im Grätzl kennst :-) Das gefällt mir gut und sollte noch ausgebaut werden ... (mehr Gemeinsames mit MigrantInnen?)

 
Cris Nessmann
Cris Nessmann antwortete 30.10.2009

Hallo bapi, ein bisschen aus dem Nähkästchen: Ja, wir sind hier gut vernetzt (nicht nur ich). Durch die langfristige Vernetzungsarbeit haben wir das Privileg, für jede Veranstaltung Mitspielerinnen zu haben. Dieses Konzept funktioniert auch anderswo, wie die Beispiele in der Gaullachergasse und in der Friedmanngasse zeigen. Wir scouten vorher die Gegend und reden mit lokalen Playern, die wir zur Teilnahme - z.B. an Straßenfesten - gewinnen. Damit das flächendeckend funktionieren kann, sind zwei Dinge notwendig: Personelles Anwachsen der Grünen Bewegung und die lokale Verankerung der einzelnen Grünen. Das erfordert aber auch neue Strukturen in den Bezirksgruppen. Dafür möchte ich mich einsetzen - geht aber nur, wenn wer mit best practice vorangeht. Ich werde daher sicher in Ottakring verankert bleiben. MigrantInnen sind bereits jetzt dabei, einfach durch ihr lokales Vorhandensein. LG, Cris

 
lisa fragte 29.10.2009

Hallo Cris, ....was wäre denn der Yppenplatz ohne Dich? :-) ....und mehr Fahrradwege und mehr FahradfahrerInnen und die flächendeckende Nahversorgung mit regionalen, gesunden Lebensmitteln,.....und somit die Stärkung der wichtigen KMUs (meist Familienunternehmen) kann ich sehr unterstützen. lg,lisa

 
Cris Nessmann
Cris Nessmann antwortete 29.10.2009

Liebe Lisa, leider wird mir grünintern zu oft nachgesagt, ich würde mich nur mit dem Yppenplatz beschäftigen. Aber so lokal beschränkt bin ich gar nicht ;-) Der Yppenplatz und seine Umgebung ist für mich ein gutes Beispiel, wie Stadt funktionieren kann. Die Grundlage dafür war ein beispielhaftes Bürgerbeteiligungsverfahren. Die daraus stammenden Ideen sind dann großteils umgesetzt worden. Auch wenn mir die Gastronomiedichte auf der Piazza bereits zu hoch ist, das Konzept ist das richtige: Verkehrsberuhigung, Durchmischung von Markt, Gastro, Freiflächen, Kulturangebot und Gewerbebetrieben. Denn beim Yppenplatz gibt es zwar auch Konflikte, aber keine ausufernden. Es ist ein Dorf in der Stadt, hier kennen sich die Leute. Das erzeugt ein subjektives Sicherheitsgefühl und höhere Wohnzufriedenheit. Deshalb will ich, dass dieses Konzept sich in weiten Teilen der Stadt durchsetzt. Es darf aber nicht drübergestülpt werden, jeder Platz ist anders. Das Zauberwort heißt BürgerInnenbeteiligung. Voraussetzung dafür ist die rasche Einführung der Parkraumbewirtschaftung, die mir nun besonders in den westlichen Gürtelaußenbezirken ein Anliegen ist. Radwege: Ich kann nur mit Neid auf die Nachbarbezirke blicken, Ottakring ist leider absolutes Schlusslicht. Hier ist die übergeordnete Stadtpolitik dem Bezirk weit voraus. Aber auch wienweit braucht es hier noch viele Verbesserungen. Es braucht überhaupt ein neues Paradigma in der urbanen Verkehrspolitik. Die KMUs stärken, ja, und besonders die EPUs und Mikrounternehmen. Nahversorgung: Die Greißlerin ums Eck ist längst ausgestorben, die Stadtplanung sieht allzu oft nur Supermarktfilialen als Lösung. Viele migrantische Kleinbetriebe übernehmen nun oft diese Funktion, sonst wären die Erdgeschoßzeilen tot. Für beides gilt: Es ist unsere Aufgabe, UnternehmerInnen zu überzeugen, dass ihre Kundschaft genauso mit dem Fahrrad und zu Fuß kommt. Ein Radlständer vor jedes Geschäft (wird gefördert), attraktive Straßenräume beleben die lokale Wirtschaft. Da sind wir schon wieder bei der Parkraumbewirtschaftung. Gesunde, regionale und Bio-Lebensmittel: Da muss die Stadt vorangehen, Gemeinde und Krankenanstaltenverbund haben als Großabnehmer Einfluss auf diesen Wirtschaftszweig. Die Wiener Märkte brauchen ein funktionierendes Marktmanagement. LG, Cris