Bio

54 Jahre

Wohnort: Favoriten

  • Seit Okt. 2008 Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete der Grünen Wien mit den Themen Nahversorgung, Gentechnik, Bionahrung, KonsumentInnenschutz
  • 2002 World Summit on Sustainable Development (WSSD), Johannesburg
  • 1996 – 2008 Grüne Bezirksrätin und ab 2003 Klubobfrau im 3. Bezirk
  • 1995 – 2008 Referentin der Grünen Frauen Wien
  • 1982 – 1992 entwicklungspolitische Arbeit unter anderem in Südostasien und Afrika zu den Themen Pharmaindustrie, Medikamentenpolitik, Saatguterhaltung, biologische Vielfalt, Gentechnik (seither freiberuflich bzw. ehrenamtlich)
  • 1981 Studienabschluss Biochemie

Fragen & Antworten

Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?

Jahrelang habe ich mit meiner entwicklungspolitischen Arbeit für eine gerechte Verteilung der Ressourcen dieser Welt gekämpft. Dabei waren soziale und ökologische Anliegen immer zwei Seiten derselben Medaille. Nach meinem Auslandseinsatz war daher die Annäherung an die Grünen ein logischer Schritt. Seither engagiere ich mich auf lokaler Ebene für sozialen Ausgleich und Ökologie hier in Wien.

Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?

Gesellschaft und Umweltbedingungen ändern sich dramatisch. Mehr ältere Menschen, Klimawandel, noch immer zunehmender CO2-Ausstoß, neue unsicherere Beschäftigungsverhältnisse, steigende Armutsgefährdung, neue Siedlungsgebiete in der Stadt. Dafür braucht es neue Wege in den entsprechenden Politikfeldern. Wien als Stadt der kurzen Wege für Lebensqualität und Klimaschutz gehört unbedingt dazu.

Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?

Nah und klein. Effizienz und gute Erreichbarkeit durch kleine Einheiten. Umfassende kleinteilige Nahversorgung inklusive Gewerbe, Dienstleistungen, soziale Angebote, Kultur. Finanzierung durch Flächenverbrauchs- und Verkehrserregerabgaben für große Verkaufsflächen. Das bringt: Mehr und bessere Arbeitsplätze, Verkehrsreduktion, Lebensqualität, florierende Wirtschaft, Wohlstand, Teilhabe.

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Open-ID User 1 fragte 8.11.2009

Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?

 
Eva Lachkovics
Eva Lachkovics antwortete 8.11.2009

Hallo! Sollte die SPÖ die absolute Mehrheit verlieren, was ich sehr hoffe, so wird sie vermutlich immer npch stimmenstärkste Partei sein. Das heißt, dann ist zunächst einmal die SPÖ am Zug und muss Gespräche mit den anderen Parteien führen. Wir Grünen werden mit ganz klaren Positionen in die Gespräche mit der SPÖ gehen und deutliche Mindestforderungen in Bezug auf Projekte, die umgesetzt werden müssen, Zustände, die abgestellt gehören, und auf eine Richtungsänderung hin zu einer Grünen Stadt stellen. Liebe Grüße Eva

 
Open-ID User 1 fragte 7.11.2009

Hallo! Wie siehst du das aktuelle Tabakgesetz (im Hinblick auf die Gastronomie)? Wie findest du dessen aktuelle Umsetzung in Wien? Hast du vor, in diesem Bereich aktiv zu werden bzw. hast du in der Vergangenheit diesbezüglich etwas getan? Diese Frag geht an Kandidaten zu den Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit.

 
Eva Lachkovics
Eva Lachkovics antwortete 8.11.2009

Hallo! Das Tabakgesetz ist ein Bundesgesetz. Insofern haben wir auf Wiener Ebene kaum Handlungsmöglichkeiten. Ich habe bisher die Entwicklungen verfolgt, aber nicht aktiv eingegriffen und habe das auch nicht vor, da meine Arbeitsschwerpunkte auf anderen Gebieten liegen. Prinzipiell bin ich aus gesundheitspolitischen Gründen sehr froh, dass es nun rauchfreie Zonen und rauchfreie Gastronomiebetriebe in Österreich gibt. Rauchverbote in anderen Ländern haben gezeigt, dass diese sich sehr positiv auf die Gesundheit der Gesellschaft auswirken. Andererseits habe ich viel Verständnis für suchtkranke Menschen, die sehr darunter leiden, wenn sie ein paar Stunden lang ihr Suchtmittel, in diesem Fall Nikotin, nicht zu sich nehmen können. Ich bin daher derzeit ganz zufrieden mit dem österreichischen Gesetz und wäre gegen Radikallösungen. So kann ich es z.B. nachvollziehen, dass es für nikotinsuchtkranke Menschen sehr belastend ist, stundenlang ohne Möglichkeit zu rauchen in einem Zug fahren zu müssen. Deshalb hätte ich kein Problem, damit, wenn es einen RaucherInnenwagon mit gutem Abzug pro Zug gäbe, in dem man sich kurz zum Rauchen zurückziehen könnte. Im Sinne der Gesundheit von Raucherinnen und Rauchern ist jedoch ein gewisser Druck von Seiten der Gesellschaft zum Entwöhnen zu begrüßen. Liebe Grüße Eva

 
Michael Vesely fragte 6.11.2009

Du kandidierst um dich u.a. des Themas Wirtschaft anzunehmen. Aus deinem Lebenslauf habe ich keinen Hinweis auf Erfahrung oder überdurchschnittliche Kenntnisse zu diesem Themenkreis herauslesen können. Gibt es im Netz weiterführende Infos aus denen ich mehr über dich und deine Qualifikation für diesen Themenkreis entnehmen kann?

 
Eva Lachkovics
Eva Lachkovics antwortete 6.11.2009

Lieber Michael Mein Schwerpunktthema ist Nahversorgung. Das ist ein Schnittstellenthema zwischen Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Daher habe ich die drei Themen angegeben, da Nahversorgung nicht zur Auswahl stand. Ich bin sicher keine allround-Wirtschaftsexpertin, aber in meiner Arbeit im entwicklungspolitischen Bereich und bei den Grünen ging es immer auch um Wirtschaftsthemen. Im entwicklungspolitischen Bereich habe ich mich intensiv mit der Politik großer Konzerne (u.a. vor langer Zeit schon Buchherausgabe über Ciba Geigy) und deren globale sozio-ökonomische Auswirkungen beschäftigt und tue das, so weit es meine Zeit erlaubt, auch jetzt noch. Daher haben mich zunehmend auch die Finanzmärkte und deren Einfluss auf die internationale Entwicklung interessiert. Ich habe an der Erarbeitung der wirtschaftspolitischen Positionierung der Wiener Grünen mitgearbeitet. Als Referentin und nun Vorstandsfrau der Grünen Frauen Wien habe ich mich immer wieder mit feministischen Wirtschafstalternativen auseinandergesetzt und viel von feministischen Ökonominnen gelernt. Zuletzt habe ich in der Arbeitsgruppe zum Thema alternative Finanzierung der Wiener Grünen mitgearbeitet. Im Zuge dieser Arbeit habe ich mit einem Kollegen eine Reihe von alternativen Banken in Deutschland besucht und mir vertiefendes Wissen über das aktuelle Bankenwesen und Alternativen dazu angeeignet. Das Ergebnis der Arbeitsgruppe wurde im Sommer zusammengefasst und ist unter dem Titel "Gutes Geld" erhältlich. Bei meiner Kritik an Gentechnik in der Landwirtschaft geht es immer vor allem um die sozioökonomischen Auswirkungen dieser Technologie auf Kleinbäuerinnen und -bauern. Für mich sind die Bereiche Sozial-, Umwelt-, Wirtschafts- und Frauenpolitik untrennbar miteinander verbunden. Zudem habe ich mir in meiner internationalen Arbeit angewöhnt, immer die globale Sicht mitzudenken. Im Bereich Wirtschaft heißt das für mich, dass ein Großteil der Menschen dieser Welt, mehrheitlich Frauen, nicht am Markt, wie er von der gängigen Wirtschaftstheorie definiert wird, teilnehmen können. Das ist eine wesentliche Triebfeder meines politischen Engagements, wenn auch natürlich nicht die einzige. Ich hoffe, etwas zur Aufklärung beigetragen zu haben. Liebe Grüße Eva

 
alfi fragte 4.10.2009

Mit welchen Maßnahmen willst du die Flächenverbrauchs- und Verkehrserregerabgaben für große Verkaufsflächen durchsetzen?

 
Eva Lachkovics
Eva Lachkovics antwortete 12.10.2009

Lieber Alfi Sorry, dass ich nicht gleich antworten konnte (Ausschussreise, Todesfall). Flächenverbrauchs- und Verkehrserregerabgaben sind Lenkungsmaßnahmen, um dem Überhandnehmen von großen Einkaufszentren und Fachmärkten, die Kaufkraft von Nahversorgungsunternehmen abziehen, entgegenzutreten. Bis jetzt werden in Wien, ganz anders als in Paris, wo u.a. große Supermärkte zumindest bis jetzt verboten sind, keine politischen Maßnahmen gesetzt, um die Kaufkraftkonzentration auf große Zentren zu verhindern. Diese Lenkungsmaßnahmen müssen auf Wiener Ebene beschlossen werden. So lange wir in der Opposition sind, ist das Drängen auf Umsetzung natürlich ein mühsamer Prozess, den ich aber nicht scheue. Ich werde die Einführung der beiden Abgaben immer wieder fordern, werde auf Beispiele in anderen Städten wie Paris, Tübingen, Stuttgart oder Dresden hinweisen und die Öffentlichkeit über die Notwenidgkeit dieser Abgaben und ihre positiven Auswirkungen aufklären. Wenn wir stärker werden, kann ich das mit mehr Nachdruck tun. Liebe Grüße Eva