Bio

47 Jahre

Wohnort: Landstraße

geb. in Bangkok/Thailand, seit 1970 in Wien

  • Ausbildung

1979-1987 Volleyball-Nationalteam
1994 Promotion Vergleichende Verhaltensforschung
2006 Graduierte Organisationsentwicklerin (ÖAGG)

  • Beruf

1990-1997 Institut für Zoologie (Uni Wien) und Konrad Lorenz-Institut (ÖAW)
1997-2006 Bundesbüro und Parlamentsklub der Grünen
ab 2007 selbständige Organisationsentwicklerin

  • Politik:
  • Wien 15

1996-2003 und ab 2005 Bezirksrätin
1996-2001 Klubobfrau
ab 2005 Bezirksvorsteher-Stv.

  • Grüne Wien

1996-1998 Mitglied Landesvorstand
1998-1999 Finanzreferentin
ab 2006 Mitglied Landeskonferenz


Fragen & Antworten

Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?

Vier Jahre Bezirksvorsteher-Stellvertreterin im ärmsten Bezirk Wiens, mit dem höchsten MigrantInnenanteil und der geringsten Lebenserwartung. Nach 100 Hausbesuchen, 3 Grätzl-Festen, 5 Beislgesprächen, 20 Standl-Tagen weiß ich: Es lässt sich was bewegen. Neue Radwege, innovative Kulturprojekte, Beilegung von Konflikten zwischen Gewerbelokalen und AnrainerInnen führen zur Akzeptanz von uns Grünen.

Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?

Teilhabe, Bildung, Chancengleichheit (auch bei Jobs und Einkommen). Teilhabe: Politik muss dafür sorgen, dass Menschen in unterschiedlichen sozialen Lebenslagen Zugang zu den Errungenschaften ihrer Gesellschaft haben. Bildung schafft die Basis für Teilhabe in der Zukunft. Chancengleichheit: Es braucht Konzepte und Projekte, um Teilhabe schon jetzt zu ermöglichen und Ungleichheit zu verringern.

Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?

Z.B. Chancengleichheit: Im Sport, in Parks, in Schulen gibt es kaum Ressourcen für Mädchen und Frauen. Eine einfache Möglichkeit ist, bestimmte Sitzgruppen in Parks oder Ballspielkäfige unmissverständlich den Mädchen zuzuordnen, indem wir sie pink streichen.

 

Frag mich was!

Logge dich bitte hier ein, um eine Frage posten zu können. Du kannst entweder deinen Usernamen & Passwort von wien.gruene.at verwenden, deine OpenID URL angeben oder dich via Facebook einloggen.

Login

Einloggen via:

  • Facebook Connect
  • Einloggen mit OpenID


Einloggen via gruene.at:

Registrieren | Passwort vergessen?

 

 

karinmichaelakrischanitz fragte 3.11.2009

Welche Ideen hast du um ältere Menschen verstärkt zur eigenverantwortlichen Gestaltung ihrer Lebenswelt anzuregen?

 
Jennifer Kickert
Jennifer Kickert antwortete 4.11.2009

Mitgestaltung wird in unserer Gesellschaft hauptsächlich über die Erwerbsarbeit definiert. Menschen in Pension sind (wie Jugendliche) auf ihr Privatleben "reduziert". Daher braucht es Rahmenbedingungen oder Programme, die eine eigenverantwortliche Teilhabe auf freiwilliger Basis fördern und ermöglichen. Zur Erläuterung würde ich gerne bereits erfolgreich umgesetzte Ideen aufgreifen: z.B. das Projekt sALTo, dass das Ziel "gut und selbstbestimmt älter werden im Stadtteil" verfolgt hat. Wesentlich dabei war, dass alle Ideen und Maßnahmen kooperativ bearbeitet und umgesetzt wurden. Damit waren die (nicht nur älteren) BewohnerInnen in der Lage, Faktoren, die für ihre Gesundheit und ihr Altern relevant sind, selbst zu beeinflussen. Und durch die ebenfalls kooperative Umsetzung durch Personen und Institutionen aus den Stadtteilen wurden die Maßnahmen auch dauerhaft verankert. Z.B. das Projekt Plan60, in dem Menschen in Pension dabei unterstützt wurden, ihre Ideen in konkrete Projekte zu fassen und diese auch dauerhaft an bestehende Institutionen zu docken und sie dort eigenverantwortlich zu betreiben: Beispielsweise die Museumsagentur, die am Wien Museum ihren Sitz hat und von dort aus Freiwillige an Wiener Museen vermittelt. Ich finde, es braucht viele solcher Ansätze!

 
karinmichaelakrischanitz fragte 3.11.2009

Welche Rolle spielt die Unterstützung von Sportprojekten für dich in Bezug auf die Teilhabe von Menschen an gesellschaftlich/politischen Entwicklungen? Wo siehst du konkret Ansatzpunkte?

 
Jennifer Kickert
Jennifer Kickert antwortete 4.11.2009

Ich sehe Sport nicht nur als vergnügliche Freizeitbeschäftigung, sondern auch auch als Möglichkeit, Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Dazu braucht es neben den Menschen, die Sport betreiben wollen vor allem die Möglichkeiten, Sport ausüben zu können. Um das zu erreichen, muss mehr, v.a. aber gezielter in Breitensport investiert werden (öffentlich zugängliche Sportplätze, Hallen und ähnliche Trainigsmöglichkeiten). Zusätzlich lassen sich über Sportprojekte auch gesellschaftliche Ziele erreichen: Z.B. Stärkung von Mädchen durch Sport, Stärkung ihres Selbstbewußstseins und ihrer Durchsetzungsfähigkeit (v.a. auch in "frauen-untypischen" Sportarten). Oder Integration von Menschen mit Migrationshintergrund durch Teamsportarten (Freundschaften schließen; Auseinandersetzung, Regeln und Fairness im sportlichen Rahmen lernen und ähnliches mehr). Oder Selbstorganisation fördern wie z.B. bei der Straßenfußball-Liga der Wiener Jugendzentren, bei der die Jugendlichen ihre Matches selbst organisieren und einen hohen Grad an Eigenverantwortung und Selbstbestimmung erfahren.

 
alfi fragte 2.10.2009

Wie überträgst du die Erfahrungen und Erfolge aus der Bezirksarbeit auf die Stadtebene?

 
Jennifer Kickert
Jennifer Kickert antwortete 2.10.2009

Indem ich das, was ich im Bezirk lernen konnte, auch im Gemeinderat einsetze. Ein Beispiel: Manchmal führt politischer Druck zum gewünschten Ergebnis, in anderen Fällen eher konstruktive Zusammenarbeit. Inzwischen weiß ich besser, wie die SPÖ tickt und das kann ich sicherlich auf der Stadtebene brauchen. Oder: Als Bezirksvorsteher-Stellvertreterin muss ich mich im Verwaltungsablauf - dem Dschungel von Anträgen, Behörden, Kommissionen, Fristen und Gesetzen - gut auskennen, um Anliegen durchzusetzen. Das hilft auch im Gemeinderat. LG Jennifer