Liebe Userin, lieber User erstmals möchte ich mich für die verspätete Antwort entschuldigen - am Freitag nachmittag fand die von den Grünen Andersrum mitinitiierte Kundgebung "Erstklassige Rechte, statt letztklassige Gesetze" statt und ich war als eine der Sprecherinnen der GA den ganzen Tag auf den Beinen. Aber zurück zum Thema: Die Frage, die Sie mir stellen, könnten Sie genauso jeder anderen Kandidatin/jedem anderen Kandidaten, die/der nicht bereits seit mindestens einer Legislaturperiode im Gemeinderat sitzt stellen. Aber jede und jeder von uns ist einzigartig und hat einen unterschiedlichen Zugang zu "seinen" Themenbereichen. Ohne hier auf die einzelnen Details einzugehen, denke ich, dass der grösste Unterschied zwischen mir und den anderen Kandidat_innen die unmittelbare persönliche Erfahrung ist. Denn egal ob ich von den fehlenden Rechten für Homosexuelle oder der Lebenssituation von Migrant_innen spreche - für mich ist es keine Theorie, die ich mir angeeignet habe, sondern tagtäglich er- und durchlebte Erfahrungen. Anders gesagt, als lesbische Migrantin, weiss ich sehr genau, wovon ich spreche. Das bringt einiges an Emotionen mit, aber auch eine Menge "Insider"-Wissen und Einblicken in die Materien. Alle von mir gewählten Themenbereiche stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit Menschenrechten und betreffen Menschen, die zwar oft im Mittelpunkt der politischen Diskussionen stehen, in diese aber nicht einbezogen werden. Es wird über ihre Köpfe über ihre Schicksale entschieden, sie werden pauschal und als Masse abgehandelt und ihre tatsächlichen Bedürfnisse werden gar nicht bzw. kaum wahrgenommen. Dies betrifft die Migrantint_innen/Ausländer_innen etc., Lesben, Schwule und Transenderpersonen, genauso wie die Senior_innen. So viel in kürze, Sie können mich morgen bei der Landesversammlung gerne weiter befragen :-) Liebe Grüsse, Petra
Petra Galkova
Schwerpunkte: Seniorinnen, Integration, Andersrum
Meine Website: http://www.petragalkova.at
Jung gegen Alt. Inländer-Ausländer. Familie vs. Homos. Für die Grenzen in unseren Köpfen sind wir selbst verantwortlich.
Bio
51 Jahre
Wohnort: Leopoldstadt
- geboren in Bratislava/ČSSR
- 1984 Studienabschluss - Filmergie/Dokumentarfilm (Hochschule für Musische Künste/Filmakademie Bratislava)
- 1987 Flucht nach Österreich/Asyl 1989/seit 1998 österr. Staatsbürgerschaft
- Tellerwäscherin, Fischverkäuferin, Büglerin, Bauarbeiterin, Behindertenbetreuerin, Kellnerin, Taxifahrerin, Sprachenlehrerin an der VHS, Produktionsleiterin beim ORF, Werbetexterin
- selbständige Übersetzerin
- seit 2004 Grüne Aktivistin
- seit 2006 Sprecherin der Grünen Andersrum Wien + Vorstandsmitglied der Grünen Migrant_innen Wien
- 2007 - 2009 Mitglied des Landesvorstandes
wer befreit uns bitte von #fekter??? #horror #schande # bananenrepublik
am 8. Februar von petragalkova
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Für mich gibt es keinen anderen Weg. Ich ertrage keine Ungerechtigkeit und pauschale Verurteilungen lassen mein Blut hochkochen. Ignoranz, Respektlosigkeit und gedankenloser Umgang mit Menschen und Umwelt bringen mich auf die Palme. Nein, ich kann nicht die ganze Welt verändern. Aber jeder Versuch ist die Mühe wert. Die Grünen sind für mich die einzige Alternative und der ideale Wegbegleiter.
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Einer Stadt kann es nur so gut gehen, wie den Menschen, die in ihr leben. Wien ist anders. Sie misst sich an den roten Erfolgen und für die SPÖ sind Menschen zum notwendigen Übel geworden. Wien braucht menschenfreundliche Integrationspolitik, Energiewende beim Bauen u. Verkehr, gleiche Chancen für Alle und beim Zugang zu allen Leistungen der Stadt, Offenheit und Demokratie. Denn wir alle sind Wien
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Mit- und Füreinander statt Gegeneinander. Kennenlernen, persönliche Kontakte und Beziehungen tun dem Einzelnen gut, schaffen Barrieren und Vorurteile ab. Deshalb: Kommunikationsfreiräume für alle Generationen, mit gezielter Zusammenführung von Jung und Alt, „Urwiener_innen“ und den später Angekommenen. Mit ausgebildeten Mediator_innen, Nachbarschaftshilfe und in jedem Grätzl!
Frag mich was!
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