Lieber Andi, es ist schwer, aus so vielen unterschiedlichen Projekten DIE drei auszuwählen. Weil Du speziell den Stassenwahlkampf anspricht. Da möchte ich es davon abhängig machen, was die Erwartungen meines Gegenüber sind. Da gibt es Menschen, die einen wir tun viel zuwenikg für die Umwelt, dann weider solche, denen das drohende soziale Auseinanderfallen der Gesellschaft sorgen macht, dann passionierte Radler, etc. Drum bin ich froh, auf einen großen "Schatz" konkret realisierter Projekte hinweisen zu können, die zeigen, was möglich ist. Nicht zuletzt um dem zu entgegen, daß unsere ideen ja gut klingen, aber halt "leider leider2 völlig unrealistisch seien, und deswegen, sowie deswegen völlig unmöglich zu realisieren sind. Was kommt, woran arbeite ich: Die Mustersiedlung am Brigittenauer-Bahnhof soll weite Felder von Autofreiheit, Ökologie, neuer Nachbarschaft abdecken und möglichst viel dessen zeigen, was unsere Vorstellung von Urbanität ausmacht. Das (http://chorherr.twoday.net/stories/6029709/) wird sehr viel verändern. Und dann ist noch ein spannendes weiters Projekt in der pipline, wo Rathausintern noch paar Dinge geklärt werden müssen, bevor ich an die Öffentlichkeit gehen kann. Auf dieses freu ich mich besonders, weil es "sehr listig" sein wird.
Christoph Chorherr
Schwerpunkte: Verkehr, Stadtplanung, Energie
Schärfer als die schärfste Kritik ist die konkrete, erlebbare Alternative.
Bio
49 Jahre
Wohnort: Mariahilf
- geb in Wien
- Studium der Volkswirtschaft, Schwerpunkt Umweltökonomie (WU)
- Referent für Energie&Verkehr im neugewählten grünen Parlamentsklub
- Lektor für Umweltökonomie an verschiedenen österr. Universitäten
- Gründer und Geschäftsführer der Chorherr&Reiter ökologische Bauprojekte GesmbH
- Stadtrat der Wiener Grünen im Gemeinderat
- Bundesprecher der ö. Grünen
- Klubobmann der Wr Grünen
- Mitbegründer der Privatschule w@lz
- Gründer von sarch (social sustainable architecture)
- Gründer von Ithuba, einer Schule in Südafrika
- Gemeinderat
- selbständig mit Projekten aller Art
Einmal darf sein. Mein Vater und ich im gemeinsamen Falterinterview. http://tinyurl.com/ye29e7s
gestern um 12:53 von chorherr
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Darf ich die Frage präzisieren: Ich möchte mich WEITER engagieren, weil nach autofreier Siedlung, Bikecities, Biomassekraftwerk, Fernsehsender OKTO, Passivhäusern, Citybikes und weit mehr, noch viele Ideen da sind, die umgesetzt werden sollen; die ich konkret umsetzen möchte. Langjährige Erfahrung, vielfältige Kontakte und auch das Vertrauen vieler im Dschungel des Rathauses kann ich einbringen.
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
1.)Die wichtigste:Unsere Demokratie ist nicht am aufsteigenden, sondern deutlich am absteigenden Ast.Immer mehr Menschen sind enttäuscht, wenden sich ab, auch von uns Grünen. Es geht um nicht weniger als die Neuerfindung unserer Demokratie. 2.)Wenn China (ua.) so leben wie wir, kollabiert unser Ökosystem. Eine neue urbane Lebenskultur, solare Energieversorgung, ein humanes Verkehrsystem muß her.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Diese Idee ist vielleicht nicht ungewöhnlich aber meines Erachtens ungeheuer wichtig: Nicht bloß kritisieren, sondern zeigen, WIE es anders geht und DASS es anders geht. Unsere neue urbane Lebenskultur müssen wir Projekt um Projekt durchsetzten, umsetzten, vorzeigen und beweisen, dass es geht, dass es das bessere Leben ist. So verändern wir und geben Hoffnung statt Angst zu verbreiten.
Frag mich was!
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Andreas Lindinger fragte 13.11.2009
Lieber Christoph! Dem Ansatz, anhand von Projekten zu zeigen, wie grüne Politik konkret aussieht kann ich viel abgewinnen. Wenn du im Straßenwahlkampf also jemandem anhand weniger grüner Projekte kurz & knapp grüne Politik vorstellen musst, welche 3 Projekte der letzten Jahre und welche 3 Projekte für die Zukunft wären dies in Wien? Danke! Lg Andi
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
Die Taktik muß schon früher einsetzen. Wir sollen klar der dämlichen Alternative "Häupl oder Strache" entgegentreten. Eine Scheinalternative, die sowohl von der SPÖ wie der FPÖ aufgenaut wird, weil beide glauben, es nutz ihnen. Die Alternative ist eine andere: Gibt es nach der wahl auch in Wien das abgestandene modell rot/schwarz zum 1000 Mal, ohne jeden Spirit, einfach die Fortschreibung einer erstarrten Vergangenheit in die Zukunft, oder kommt mit uns Grünen zum ersetn Mal etwas Neues. Im Wahlkampf muß es gelingen, dieses "Neue", sicht-und spürbar zu machen.
Michael Vesely fragte 6.11.2009
Warum kandidierst du nicht zum Thema "Wirtschaft"? Unter den Kandidat/innen der ersten Listenplätze gibt es niemanden, der so viel entrepeneurial spirit vorweisen kann.
Ja, Du hast recht. Ich verstehe mein politisches Agieren "unternehmerisch". So im Sinne von "unternehmen ist das Gegenteil von "unterlassen". Ich tu mir generell schwer, "Kasterl" dafür zu finden, was das genau ist. Alles an der Schnittstelle Energie/Verkehr/Stadtentwicklung/Wirtschaft/Forschung/Bildung. Ja und auch oft "Medien".Also irgendwie fast alles. So ists nicht rasend aufschlußreich. Drum hab ich halt 3 mal angekreuzerlt. Irgendwie sollen diese Projekte für sich sprechen.Und Mut machen, selber konkretes zu beginnen und umzusetzen.
Wie würdest du im Vorfeld und nach der Gemeinderatswahl versuchen, die angespannte Lage zwischen Wiener Grünen, Unterstützern und "abgelehnten Unterstützern" bzw. Grün-Sympatisanten (Stichwort: Grüne Vorwahlen)zu verbessern?
Ich habe die Initiative "Grüne Vorwahlen" sehr begrüßt und auch im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützt. Will jetzt nicht Emotionen weider aufschaukeln, und möchte hier nur kurz festhalten, dass eine mutigere und offensivere Haltung die Energie dieser sehr heterogenen Initiative viel besser hätte nutzen können. So bleiben auch viele Enttäuschungen zurück. Aber nach der Wahl am 15. Nov. sollten wir versuchen, neu ins Gespräch zu kommen. Ich werd mich darum bemühen. Jetzt hoffe ich doch, dass möglichst viele die grossen Wahlmöglichkeiten, die am 15. bestehen, auch wirklich nutzen werden.
Thomas Lohninger fragte 12.10.2009
Was hältst du von neuen partizipations Modellen, wie zum Beispiel liquid democracy?
Es wird sehr viel auszuprobieren sein. Und in der Tat bietet das Internet ein sehr gutes Werkzeug, um auch Menschen, die wenig Zeit haben, Partizipation zu ermöglichen.Die kommunale Ebene, wo sehr viele konkrete Entscheidungen anstehen, von Verkehr, über Flächenwidmungen bis zur Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums ist wahrscheinlich die besten Ebene für partizipative Demokratie.Was die "liquid democracy" betrifft, bin ich vorerst sehr gespannt, was "die Piraten", welche ja angekündigt haben, dieses instrument nutzen zu wollen, für Erfahrungen machen.
Welches sind die tragenden Elemente deiner neuen urbanen Lebenskultur? Was sind die ersten Projekte, die du in Angriff nimmst? Wer hilft dir, sie zu realisieren?
Es geht zum Glück nicht um "erste" Projekte, sondern um Fortsetzung und Ausweitung schon vor Jahren begonnener Projekte. Eine neue Umverteilung der Strasse, weniger Autos mehr Raum für Radfahrer/innen und Fußgänger/innen. Amsterdam und Kopenhagen können hier Beispiel sein. Gemischte Stadtteile, wo Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Einkaufen und Lernen ineinander verschränkt ist, statt Monokulturen wie büro/Wohnkomplexe bzw Einkaufszentren, die letztlich alle das Auto voraussetzen. Eikne dezantrale erneuerbare Energieversorgung, ohne fossile Abhängigkeit Wohnformen, die neue Nachbarschaften ermöglichen und so Entlastung z.B. bei der Kindererziehung ermöglichen. Vielfältig nutzbare Erdgeschosszonen, die den öffentlichen Raum beleben. Zwischennutzungen bei leerstehenden Gebäuden und grundstücken, die verschiedensten Initiativen Raum zur Entfaltung geben. Wenn ich alles in einem Wort ausdrücken müßte: Raum für Lebendigkeit. Wer soll hgelfen bei der Realisierung? Einerseits jene, die diese Projekte tragen sollen, außerdem das (bisschen subversive) Netzwerk jener u.a. im Rathaus, die offen für derartige Projekte sind.
Nennen Sie bitte die Höhe Ihres letzten Rathaus-Bezuges? Wie oft im Jahr erhalten Sie diesen Betrag (12/14/17/18/öfter)?
brutto 5 637.- (14xim Jahr) wie alle Gemeinderäte, ausser sie sind Klubobmann oder Stadtrat, dann ist Bezug höher
Wie stellst du dir die neuerfundene Demokratie vor? Wie sehen ein oder zwei der wichtigsten Aspekte dieser Demokratie im Detail aus?
Die wichtigste Voraussetzung: Das Problem einmal wahrnehmen.In all seiner Radikalität. Schon das ist derzeit kaum erfüllt. Dann Ursachen und mögliche Veränderungen öffentlich diskutieren. Wohin es meiner Meinung nach gehen sollte: .) Die Rechte der Wähler/innen gegenüber den Parteien ausbauen : Vorzugsstimmen stärken, um ohne Mehrheitswahlrecht Persönlichkeiten zu stärken.Dieses hab ich auf meinem blog schon ausführlich begründet (anmerken muß ich: das sehen viele bei den Grünen anders als ich) .) direkte Mitgestaltung der Bürger/innen auf allen Ebenen.Gerade auf kommunaler Ebene (aktuelles Beispiel: Augartenspitz.Hier müßte ein ernst gemeintes Mediationsverfahren samt anschliessender Volksbefragung eine demokratische Entscheidung bringen-statt “Drüberfahren” wie derzeit) .) gerade im Stadtplanungsbereich gibt es 1000 Möglichkeiten. Nur zwei Beispiele: -Flächenwidmungspläne lesbar machen! Derzeit sind sie Herrschaftssprache in Reinkultur und meist nicht einmal von Insidern verstehbar. -Bevor in Expertenjuries über neue Bauvorhaben beraten und entschieden wird, VORHER öffentliche Diskussion der Auschreibeunterlagen. (z.B. Dichte der Bebauung, Vorgaben an Stellplätze und Verkehr) Zusätzlich sollte es zum Regelfall werden, bei Jurysitzungen ausgewählte Vertreter der Anrainer/innen “mit beratender Stimme” beizuziehen. Die neuen Medien bieten grossartige Instrumente zur Mitsprache und zur Transparenz. Eine weiterer grosser Schritt würde deswegen lauten: Öffentliche Daten, die “der Staat” erhoben hat (nahezu alles was bei den statistischen Ämtern liegt, alle Studien, der er beauftragt hat, etc.) MÜSSEN öffentlich gemacht werden. Kurz: Es gibt nicht DIE Lösung, sondern es geht um einen tiefgreifende Umgestaltung unserer Demokratie, ganz im Sinne des wunderbaren Satzes von John F. Kennedy: “Demokratie ist etwas, was jeden Tag aufs Neue erkämpft werden muss.”
Wie lange sitzen Sie bereits im Rathaus?
bereits seit 1991


9:19 Christoph Chorherr im Interview mit Rudi Anschober
2:07 Radhighway Wiental
4:41 Grüße an die FH Spittal