das seniorInnenthema ist für mich unter anderem deshalb so spannend, weil ich da auch sehr gut darstellen kann, dass unsere grüne politik niemals etwas ausschliessendes ist: wenn ich die sicht der seniorInnen einbringe, erweitert das den blickwinkel insgesamt, aber es geht nicht zu lasten der jungen. das halte ich für ganz wichtig - unsere lösungen sind nie solche, die irgendjemand ausschliessen oder benachteiligen wollen. das hebt uns sicher ganz deutlich von allen anderen parteien ab. in diesem sinne haben sie recht, wenn sie fragen, warum ich mich mit dem generationenthema auseinandersetze, obwohl ich ja eigentlich "nur" die seniorInnen vertrete:-)) ausserdem stellen die seniorInnen eine sehr grosse bevölkerungsgruppe dar, und eigentlich ist es das thema der zukunft, weil wir ja alle einmal alt werden... wir grünen werden nach wie vor als eine partei für die jungen wahrgenommen bzw. überhaupt nicht als partei für die alten. das macht es noch einmal interessanter für mich, mich mit diesem thema zu beschäftigen - wo der widerstand am größten ist, ist die diskussion am spannendsten:-). ich finde, dass alte menschen oft diskriminiert werden. während die jungen sich das recht auf selbstbestimmung erkämpfen - zum glück! - nimmt man es den alten wieder weg, weil sie z.b. keinen anderen ausweg haben, als in ein pflegeheim zu gehen, wenn sie auf hilfe angewiesen sind. ich will, dass das recht auf selbstbestimmtes leben auch im alter bestehen bleibt. alt sein kann alles mögliche bedeuten, es kann cool sein, wenn man gut abgesichert, gesund und selbstbestimmt ist, aber für viele ist es bei weitem nicht cool, weil sie eben nicht gut abgesichert sind, nicht gesund, nicht selbstbestimmt leben können. ich orte da grosse ungerechtigkeiten. ungerechtigkeiten spornen mich immer an, dagegen zu kämpfen - und das tue ich mit grosser leidenschaft beim thema seniorInnen:-)
Waltraut Antonov
Schwerpunkte: Soziales, Seniorinnen, Kontrolle
Volle Kraft voraus für linksalternative Politik statt roter Freunderlwirtschaft und rechtem Populismus!
Bio
50 Jahre
Wohnort: Rudolfsheim-Fünfhaus
- Seit 2005 Gemeinderätin in Wien
- Seit Juni 2009 Landesvorstand der Wiener Grünen
- 2002 - 2005 Klubobfrau der Grünen im 15. Bezirk
- Seit 1999 bei den Grünen politisch aktiv
- Aufgewachsen in Leoben
- Studium in Graz (Russisch/Französisch, Lehramt und Dolmetsch)
- Erster Job in der Außenhandelsstelle Moskau, dann Übersiedlung nach Wien, Ausbildung zur Exportkauffrau an der WU
- Ab 1986 Jobs in Marketing- und Exportabteilungen verschiedener Firmen. Seit ich Gemeinderätin bin teilzeitbeschäftigt (10 Wo.st.)
- Verheiratet, eine Tochter (16), ein Sohn (15)
Fragen & Antworten
Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?
Beim Kampf um den Erhalt einer Freifläche für Kinder merkte ich, dass viele Menschen in Wien glauben, sie hätten nichts mitzureden und könnten nichts ausrichten gegen "die da oben". Bei Entscheidungen, die sie unmittelbar betreffen! Das wollte ich nicht hinnehmen - so kam ich zu den Grünen. Wir gemeinsam entscheiden, wie wir Wien gestalten - das ist nicht einfach, aber meine größte Motivation!
Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?
Wien ist reich, sicher, lebenswert. Trotzdem gibt es keine Chancengleichheit für alle. Herkunft, finanzielle Möglichkeiten, soziales Umfeld sind entscheidend bei der Wahl von Schule, Ausbildung, Berufsweg. Die SPÖ will das nicht wahrhaben. Die größte Herausforderung für uns: linksalternative Auswege aufzuzeigen, damit uns die rechte Hetze nicht in die Sackgasse führt.
Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?
Das Wichtigste ist soziale Sicherheit und Chancengleichheit für alle: durch eine Wiener Mindestsicherung, die diesen Namen verdient und die Grundrechte aller Wiener/innen garantiert - Wohnen, Essen, Gesundheit, Bildung, Kultur, Freiräume... Die rote Freunderlwirtschaft kostet die Stadt Wien viel Geld. Investieren wir dieses Geld doch besser in die soziale Sichereit aller!
Frag mich was!
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Sie sind die Einzige, die sich mit dem Generationenthema auseinandersetzt. Warum eigentlich? Mir haben Ihre Argumente nämlich gut gefallen: www.youtube.com/watch
Andreas Lindinger fragte 13.11.2009
Liebe Waltraud! Danke für die klaren und interessanten Ideen! Du hast die "Stärkung demokratischer Kontrollrechte" als bisherigen Schwerpunkt deiner Arbeit angeführt - Welche konkreten Vorhaben konntest du hier in der letzten Legislaturperiode umsetzen? Danke! Lg Andi
lieber Andi, ganz konkret durchgesetzt habe ich, dass die kontrollberichte seit märz 2009 auf der homepage des kontrollamtes veröffentlicht werden, wenn sie den mitgliedern des kontrollausschusses zugesandt werden. bis dahin war es so, dass die berichte des kontrollamtes (von denen es jährlich rund 120 -130 gibt!) nur einmal im jahr "öffentlich" besprochen werden durften, und zwar in der rechnungsabschlusswoche im gemeinderat. und auch da werden die berichte als letzter tagesordnungspunkt behandelt, der meistens kurz vor mitternacht aufgerufen wird... zu einem zeitpunkt also, wo sich niemand mehr dafür interessiert, weil die berichte teilweise schon ein jahr alt sind. und da die berichte bis märz als "vertraulich" galten, durften sie eigentlich nicht an die medien weitergegeben und nicht öffentlich diskutiert werden - was totaler schwachsinn war, weil ja wohl die öffentlichkeit ein recht auf transparente, öffentliche und auch zeitgleiche kontrolle hat. nachdem ich einen entsprechenden antrag immer wieder gestellt hatte, wurde er dann endlich doch einstimmig angenommen - und siehe da, jetzt hat das kontrollamt signifikant mehr zugriffe auf seine homepage, wenn die kontrollberichte veröffentlicht werden... aber das ist nur ein kleiner erfolg im vergleich zu dem, was noch fehlt. ich habe auch einen sonderlandtag zum thema kontrolle initiiert, um dort die mängel im kontrollsystem gebündelt aufzuzeigen. die spö blockiert mit ihrer mehrheit alles, was sie daran hindern könnte, sozusagen die kontrolle unter kontrolle zu halten (z.b. hat sie auch im kontrollausschuss die mehrheit, und dass ich abwechselnd mit övp und fpö den vorsitz habe, kann auch keine mehrheitsbeschlüsse der spö verhindern) ich will rasend gerne weiter lästig sein und durchsetzen, dass die umsetzung der kontrollberichte verpflichtend wird. jetzt werden berichte zur kenntnis genommen und sehr oft passiert dann nichts. ich will erreichen, dass im kontrollausschuss und im gemeinderat über konkrete empfehlungen des kontrollamtes abgestimmt wird und dass die stadträtInnen verpfllichtet sind, diese beschlossenen empfehlungen tatsächlich umzusetzen. ich will, dass die stadträtInnen eine berichtspflicht haben - also dass sie nach etwa einem jahr berichten müssen, welche empfehlungen aus welchen kontrollberichten sie umgesetzt haben und welche nicht, wenn nicht, warum. und dann gibt es noch forderungen zum kontrollamt selbst, z.b. dass sich nicht einfach der bürgermeister den/die direktorIn aussuchen darf, sondern dass es zumindest ein hearing mit den kandidatInnen im kontrollausschuss geben soll. ich will, dass die amtszeit nicht nur 5 jahre beträgt (was den/die kontrollamtsdirektorIn doch in eine gewisse abhängigkeit von der mehrheit im gemeinderat bringt) und alle 5 jahre (eben auf vorschlag des bürgermeisters) wieder gewählt wird, sondern dass die amtszeit auf 10 - 12 jahre ausgedehnt wird, ohne möglichkeit der wiederwahl (so wie beim rechnungshofpräsidenten). ich will auch nicht, dass der/die kontrollamtsdirektorIn mit einfacher mehrheit abberufen werden kann (siehe punkt abhängigkeit von der mehrheit).. und dann gibt es da noch die rechte der minderheit in den untersuchungskommissionen... da habe ich in der u-kommission zur psychiatrie wertvolle erfahrungen gemacht und viel handlungsbedarf gesehen, damit minderheitenrechte auch wirklich rechte werden und nicht nur schöne worte... stundenlang könnte ich über die demokratische kontrolle reden oder schreiben, weil es damit in wien so im argen liegt (und die spö ist sich nicht zu blöd, damit zu argumentieren, dass es in kärnten oder niederösterreich noch schlechter bestellt ist mit der kontrolle!) z.b. habe ich noch gar nichts geschrieben über die ausgliederungen - ratz-fatz werden unternehmen ausgegliedert, und schon hast du im gemeinderat keine kontrolle mehr darüber. beispiel fonds soziales wien: der bekommt hunderte mio euro, und die bilanz, die im gemeinderat vorgelegt wird, besteht aus drei zeilen: einnahmen, ausgaben, differenz. da geht mir auf gut wienerisch das geimpfte auf und da will ich unbedingt weiter am thema dran bleiben und druck machen. und ich danke dir und allen, die bis hierher gelesen haben, für das interesse am thema! lg waltraut
Gesetzt den Fall, die SPÖ verliert die absolute Mehrheit im Gemeinderat: Welche Taktik sollten die Grünen deiner Meinung nach dann einschlagen?
dass die spö die absolute mehrheit verliert, ist aus heutiger sicht ziemlich sicher. dass es nach der wahl verhandlungen / gespräche mit der övp und mit uns geben wird, ist wohl auch ziemlich sicher. dass die spö am liebsten wieder mit der övp regieren würde, ist auch einfach zu erklären. schliesslich haben beide parteien ihre netzwerke, die sie zu bedienen haben, die einen die roten (siehe in wien z.b. die vielen firmen der spö, die vom bauen über soziale dienstleistungen bis zur werbung alles in der hand haben) und die anderen die schwarzen (von wirtschaftskammer bis raiffeisen). vor diesem hintergrund verstehen sich rot und schwarz gut und wollen sich gegenseitig nicht wehtun. mit uns grünen hätte es die spö da vermutlich schwerer - weil wir nicht in eigeninteressen verstrickt sind. wie es am tag nach der wahl aussehen wird, hängt aber auch ganz stark von unserem wahlergebnis ab. je stärker wir werden, desto besser wird unsere verhandlungsposition - no na net:-) daher werde ich bis zum wahltag dafür rennen, dass wir die menschen in wien von unseren grünen ideen überzeugen können - und das sollte auch unsere taktik sein: möglichst viele von unseren ideen überzeugen, völlig unabhängig davon, ob die spö die mehrheit verliert oder durch ein wunder vielleicht doch nicht. und dann mit einem starken ergebnis sehr selbstbewusst verhandeln - mit offenenem ergebnis.
Hallo! Wie siehst du das aktuelle Tabakgesetz (im Hinblick auf die Gastronomie)? Wie findest du dessen aktuelle Umsetzung in Wien? Hast du vor, in diesem Bereich aktiv zu werden bzw. hast du in der Vergangenheit diesbezüglich etwas getan? Diese Frag geht an Kandidaten zu den Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit.
Hallo! Gerade habe ich gelesen, dass lt. einer studie in ländern mit einem strengeren tabakgesetz als in österreich (z.b. irland) die herzinfakt-rate um rd.17% zurückgegegangen ist. das scheint mir doch ein wichtiger punkt zu sein, der für das tabakgesetz spricht. ich finde das öst. tabakgesetz akzeptabel, weil ich finde, jede/r soll sich entscheiden können, ob er/sie rauchen will oder nicht. allerdings soll niemand gezwungen sein, mitrauchen zu müssen. daher halte ich rauchverbote z.b. in öffentlichen gebäuden, in der u-bahn etc. für wichtig. was die gastronomie betrifft, sind ja die gastronomInnen selbst gespalten - es gibt welche, die absolutes rauchverbot fordern, auch in kleinen einraum-lokalen, weil sie meinen, alles andere sei ungerecht. und andere, die dagegen sturm laufen. wichtig ist mir in diesem zusammenhang aber der nichtraucherInnenschutz: wenn geraucht wird, dann darf niemand dadurch zu passivrauchen gezwungen sein, schon gar nicht am arbeitsplatz. und das muss auch für die gastronomie gelten. umgekehrt muss es räume geben, in denen geraucht werden darf. dass das mitunter nicht so einfach ist, ist mir klar. ich selbst habe zum tabakgesetz keine aktionen gesetzt, habe es auch nicht vor, verfolge aber das thema und bin daran interessiert.
Hallo! Gerade habe ich gelesen, dass lt. einer studie in ländern mit einem strengeren tabakgesetz als in österreich (z.b. irland) die herzinfakt-rate um rd.17% zurückgegegangen ist. das scheint mir doch ein wichtiger punkt zu sein, der für das tabakgesetz spricht. ich finde das öst. tabakgesetz akzeptabel, weil ich finde, jede/r soll sich entscheiden können, ob er/sie rauchen will oder nicht. allerdings soll niemand gezwungen sein, mitrauchen zu müssen. daher halte ich rauchverbote z.b. in öffentlichen gebäuden, in der u-bahn etc. für wichtig. was die gastronomie betrifft, sind ja die gastronomInnen selbst gespalten - es gibt welche, die absolutes rauchverbot fordern, auch in kleinen einraum-lokalen, weil sie meinen, alles andere sei ungerecht. und andere, die dagegen sturm laufen. wichtig ist mir in diesem zusammenhang aber der nichtraucherInnenschutz: wenn geraucht wird, dann darf niemand dadurch zu passivrauchen gezwungen sein, schon gar nicht am arbeitsplatz. und das muss auch für die gastronomie gelten. umgekehrt muss es räume geben, in denen geraucht werden darf. dass das mitunter nicht so einfach ist, ist mir klar. ich selbst habe zum tabakgesetz keine aktionen gesetzt, habe es auch nicht vor, verfolge aber das thema und bin daran interessiert.
Marianne Geets fragte 9.10.2009
Hallo Waltraut! Wie können wir besser darstellen, dass wir die einzige Partei sind, die Sozialkompetenz hat und ernst nimmt? Und wir sollten manche Begriffe (z.B. Heimat) für uns reklamieren - gibt es dazu schon Ideen?
liebe marianne, sorry für die späte antwort. ad sozialkompetenz: ich meine, es geht nicht darum, dass wir die einzige partei mit sozialkompetenz sind. der punkt ist, dass wir darunter etwas anderes verstehen als etwa die spö. die spö agiert in wien neoliberal, zur zeit ist sie z.b dabei, überall die sozialarbeit zu kürzen und zu reglementieren. beispiel jugendfürsorge, da fehlt an allen ecken und enden personal. aber auch im fond soziales wien wird zum beispiel die sozialarbeit für ältere menschen schwerer zugänglich gemacht. argumentiert wird das mit worten wie "effizienz, organisationsentwicklung" und ähnlichem- sozialarbeit wird in wien bald nur mehr dann möglich sein, wenn am ende geld herauskommt, sprich, wenn leistungen bezahlt werden. gleichzeitig hat die spö gerne alles unter kontrolle und nutzt auch soziale leistungen dazu. z.b. die pankahyttn im 15.bezirk. da wurde zwar den punks das haus vermietet - sie zahlen ja miete dafür - gleichzeitig versucht aber die spö, auch indem sie immer wieder vom "betreuten wohnen für junge menschen" spricht, den punks etwas aufs auge zu drücken, was sie so gar nicht wollen. unser grünes soziales verständnis setzt aber vor allem voraus, dass wir niemandem die selbstbestimmung absprechen. im gegensatz zur spö würden wir vermehrt mit betroffenen und expertInnen gemeinsam lösungen erarbeiten. und zum begriff heimat: ich glaube nicht, dass wir begriffe "rückerobern" sollten. der begriff heimat z.b. wird von den rechten derart eindeutíg als etwas ausschliessendes besetzt, dass wir nur klarmachen können, wie menschenfeindlich das eigentlich ist. ich finde, es geht eher um die bilder, die vermittelt werden, und nicht um begriffe. unser bild von heimat ist ja wohl eher ein ort, an dem wir uns wohl fühlen, an dem wir freunde und freundinnen haben, an dem wir gern sind.... und das können viele orte gleichzeitig sein. und ich glaube, wir müssen jede gelegenheit nutzen, um den menschen UNSERE bilder zu vermitteln. so, wie wir es zum beispiel im 15.bezirk machen, mit vielen vielen aktionen, hausbesuchen....
Glaubst du, dass es reicht, linksalternative Auswege aufzuzeigen? Oder hast du auch Pläne, wie du den einen oder anderen dieser Auswege auch im Gemeinderat durchsetzen willst?
hallo alfi! umsetzen aus der opposition heraus heisst in erster linie, hartnäckig am thema dran bleiben, möglichst viele verbündete finden, also lobbying, möglichst viel öffentlichkeit dafür interessieren, und so druck erzeugen. das betrifft jetzt mal grundsätzlich jedes thema. ich möchte in den nächsten jahren gerne mit dem thema ausgliederung von unternehmen, verringerung der demokratischen kontrollrechte und schlechterstelllung des personals weitermachen. aktuelles beispiel: skylink. oder das spö-firmengeflecht: das verhindert in vielen fällen, dass etwas neues, kreatives entstehen kann, weil immer wieder freunderln bedacht werden müssen. druck machen möchte ich auch im bereich soziales, die spö kürzt hier an allen ecken und enden, unter dem deckmantel der effizienz, und übersieht, dass dabei menschen auf der strecke bleiben. und das nutzen dann wiederum die rechten für ihre hetze. das geht von der schulsozialarbeit über die ausserschulische jugendbetreuung bis hin zur betreuung der seniorInnen.

