Bio

29 Jahre

Wohnort: Währing

  • Geboren in Baden bei Wien
  • Abschluss des Politikwissenschaftsstudiums
  • Derzeit Integrationsreferent der Grünen Wien
  • von 2005 bis 2008 Gemeinderat und Sprecher der Grünen Leobersdorf
  • Mitarbeit am EUGATE Delphi-Prozess zum Thema „Best-Practice in der Gesundheitsversorgung von MigrantInnen in Europa” – ein Projekt der EU-Kommission
  • Gründungsmitglied der „KOFI-Koordinationsstelle für Integration”
  • Kolumnist in der türkisch-deutschsprachigen Monatszeitung "Öneri"
  • Vertretung der Grünen im Erstellungsprozess des NÖ Integrationsleitbildes
  • beste Kontakte zu MigrantInnenvereinen

Fragen & Antworten

Was ist deine Motivation dich im Rahmen der Wiener Grünen politisch aktiv zu engagieren?

Als Grüner bin ich seit 2004 kommunalpolitisch aktiv und seit 2008 bin ich Integrationsreferent der Grünen Wien. Mein Beweggrund für die Kandidatur ist die politische Ignoranz gegenüber benachteiligten Gruppen, vor allem MigrantInnen und der 2. Generation, also in Österreich geborenen Nachkommen von MigrantInnen. Es soll nicht nur ÜBER diese Gruppe geredet werden, sondern endlich auch MIT ihr.

Was sind die bestimmenden Herausforderungen für Wien in den nächsten 10 Jahren?

Die Frage des friedlichen Zusammenlebens von verschiedenen Bevölkerungsgruppen wird zentral sein. Verursacht durch Krisen und Diskriminierungen kann es zu Spannungen kommen. Hier ist eine VISION in der Integrationspolitik notwendig, die das Gegeneinander-Aufhetzen und -Ausspielen von benachteiligten Gruppen verhindert. Davon betroffen sind sowohl MigrantInnen, als auch Einheimische!

Was ist deine ungewöhnlichste/innovativste Idee die Herausforderungen zu bewältigen?

Wir müssen wegkommen von der Kulturalisierung von Problemen im Zusammenleben von Menschen. Meine VISIONÄRE INTEGRATIONSPOLITIK richtet sich an alle sozial- und einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen, also an MigrantInnen UND auch Einheimische. Die Probleme liegen nicht im kulturellen oder religiösen, sondern im sozioökonomischen Bereich. Und diese SOZIALEN Probleme erfordern SOZIALE LÖSUNGEN.

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alfi fragte 4.10.2009

Welche konkreten Massnahmen willst du im Gemeinderat durchsetzen, um dich der Realisierung deiner Vision zu nähern?

 
Erdal Kalayci
Erdal Kalayci antwortete 7.10.2009

Hallo, ich werde in erster Linie das bisherige Bild des/der "MigrantIn" aufbrechen, vor allem das der 2. Generation, also Menschen, die hier auf die Welt gekommen sind. Es gäbe viel positives zu berichten über diese 2. Generation, der ich auch angehöre. Aber leider ist die Medienlandschaft überschüttet mit Negativbildern. Meine Anträge werden sich auf die Integration von benachteiligten Bevölkerungsgruppen richten und werden damit auch die Einheimischen umfassen. Im Klartext: Ich werde mich auch für benachteiligte Einheimische einsetzen. Für mich ist die sozioökonomische Frage essentiell. Bei MigrantInnen kommen zusätzliche Diskriminierungspunkte hinzu, wie Lebensweise, Sprache oder einfach oberflächliche Zuschreibungen, gegen die im Rahmen einer wirksamen Antidiskriminierungspolitik vorgegangen werden muss. Wichtige Punkte: .) Verankerung des Interkulturellen Lernprinzips im Bildungssystem in Rahmen der ganztägigen Gesamtschule. .) 40% der Wiener Haushalte können ihre Ausgaben nicht decken. Die Armutsgefährdungsquote liegt in Wien bei 18%! 100.000 Wiener Kinder leben in Armut. Soziale Maßnahmen müssen umgesetzt werden, anstatt diese Gruppen gegeneinander aufzuhetzen. Devise muss lauten: Umverteilung von oben nach unten, nicht von arm zu arm! .) Integrationsmaßnahmen, die auch ihren Namen verdienen und nicht nur verwalten, wie es die MA17, die Magistratsabteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten, macht. Konkret: Empowerment von MigrantInnen fördern und nicht nur als potenzielle WählerInnen sehen, die an die SPÖ gebunden werden müssen. .) Wahlrecht auf kommunaler Ebene für alle, die seit mind. 5 Jahren in Wien leben. Damit wird auch das Interesse für die Innenpolitik geweckt. .) Stärkung von NGOs und Vereinen, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzen. Das sind nur einige Punkte, die noch konkretisiert werden. Im Grunde genommen geht es darum, einen neuen Diskurs zu starten und nicht in den bestehenden und von rechten Gruppierungen/Parteien geführten einzusteigen. Ich hoffe, ich kann damit deine Frage beantworten:-) Herzliche Grüße, Erdal

 
Esmeralda fragte 3.10.2009

Lieber Erdal, ich bin einverstanden. Danke dir.

 
Erdal Kalayci
Erdal Kalayci antwortete 5.10.2009

Ich danke für dein Interesse! Liebe Grüße, Erdal

 
Esmeralda fragte 30.9.2009

Lieber Erdal, ich lese von Visionen und Visionärem, dass mir ganz schwindelig geworden ist. Verstehen tu ich sie aber nicht - Geld als Schlüssel für alle Probleme? Werde bitte deutlicher.

 
Erdal Kalayci
Erdal Kalayci antwortete 1.10.2009

Liebe Esmeralda, der berufliche und soziale Aufstieg sind der Schlüssel der Integration. Damit kann, muss aber nicht, auch ein größerer finanzieller Spielraum in Verbindung stehen. Das Geld spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle z.B.: solange das Bildungssystem nach sozialer Herkunft, und damit auch einheimische Kinder, aussortiert, können sich nur diejenigen Eltern die teure Nachhilfe leisten, die sich das auch leisten können und damit den schulischen Erfolg ihrer Sprösslinge "erkaufen" (jährlich 140 Millionen EURO). Mein Ziel ist es, von der ethnischen und kulturellen Debatte wegzukommen, und darauf zu fokussieren, dass eben alle sozial- und einkommensschwachen Gruppen, und damit auch Einheimische, benachteiligt werden und dann gegeneinander aufgehetzt werden. Es ist eine Frage der Umverteilung, aber nicht von arm zu arm, sondern von oben nacht unten! Ich hoffe, das ist jetzt deutlicher:-) Liebe Grüße, Erdal

 
Pschudo Hafer fragte 29.9.2009

Lieber Erdal! Ich danke dir für deine schnelle Antwort! Ja, die Hoffnung auf Frauen hab ich auch! Ich wünsch dir alles Gute und viel Glück! lg, sabrina

Pschudo Hafer fragte 11.9.2009

hey erdal! wieso kandidieren in wien keine frauen unter 30? keine vorhanden? keine lust? aber trotzdem glückwunsch zur kandidatur! lg, sabrina

 
Erdal Kalayci
Erdal Kalayci antwortete 11.9.2009

Hey Sabrina! Dankeschön:) Es wurde Zeit, dass endlich auch ein unter 30-Jähriger mit Migrationshintergrund in Wien auf einem vorderen Platz kandidiert, wenn man/frau bedenkt, dass jedeR dritte WienerIn einen Migrationshintergrund hat. Der breitangelegte KandidatInnenprozess dauert bis Ende Oktober und bis dahin werden sich bestimmt auch Frauen unter 30 melden. Davon gehe ich jedenfalls aus, denn die Grüne Landesliste muss die Wiener Bevölkerung abbilden können d.h. Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsgruppen müssen in die Liste gewählt werden. Liebe Grüße, Erdal